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Erdbeben in JapanRadioaktivität steigt bedrohlich an

Nach dem Beben in Japan ist die Radioaktivität im AKW Fukushima Daiichi drastisch angestiegen. Im Innern sei das Tausendfache des Normalwerts erreicht, im Umkreis würden erhöhte Werte gemessen.

Das Beben erreichte eine Stärke von 8,8 auf der Richterskala. Wie die japanische Wetterbehörde mitteilte, ereignete sich das Beben um 14.46 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 10 Kilometern, etwa 80 Kilometer vor der Ostküste.

Die Behörden gaben für die gesamte Küstenregion umgehend die höchste Tsunami-Warnstufe aus. Eine zehn Meter hohe Tsunamiwelle rollte an der Küste im Nordosten des Landes über zahlreiche Ortschaften hinweg. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie dabei Autos, Boote und ganze Gebäude hinweggerissen wurden. Ein grosses Schiff rammte frontal einen Wellenbrecher in der Stadt Kesennuma im Bezirk Miyagi, wie Aufnahmen des TV-Senders NHK zeigten.

Brände in Tokio

In der Hauptstadt Tokio gerieten für mehrere Minuten Gebäude ins Wanken. Anwohner liefen in Panik auf die Strassen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji wurden mindestens sechs Brände gemeldet. Der Tokioter Flughafen Narita stellte zeitweise den Betrieb komplett ein, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Auch der Hafen wurde in Erwartung eines Tsunamis geschlossen. Züge blieben mitten auf der Strecke stehen. In Ichihara explodierte ein Treibstofflager.

Die Devisenmärkte haben umgehend reagiert. Der Yen brach gegenüber dem Dollar ein.

Erdrutsche verschütten Menschen

In Tokio kam das Kabinett zu einer Krisensitzung zusammen, wie Kyodo meldete. Für vier Millionen Haushalte der südlich vom Epizentrum des Bebens gelegenen Hauptstadt brach die Stromversorgung zusammen.

Das Verteidigungsministerium ordnete nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo den Start von acht Kampfflugzeugen an. Die Piloten sollen einen ersten Überblick zu den Schäden erstellen.

Auch aus anderen Orten wurden schwere Schäden gemeldet. In Chiba geriet nach einer Meldung von Kyodo eine Stahlfabrik in Brand. Über Teilen der Stadt Yokohama stiegen schwarze Rauchwolken auf. Mehrere Menschen sind im Norden des Landes durch Erdrutsche verschüttet worden, berichtet NHK.

Bilder der vom Tsunami überschwemmten Gebiete (Video: Youtube)

Auch für Russland und die pazifische Inselgruppe der Marianen wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben. In Hawaii, Taiwan, den Philippinen und Indonesien wurde die Tsunami-Warnstufe erhöht.

Die Region war erst am Mittwoch von einem Beben der Stärke 7,3 getroffen worden. Dabei hatten auch in der Hauptstadt Tokio Hochhäuser geschwankt. Das Beben war allerdings glimpflich verlaufen.

Japan liegt im pazifischen «Feuerring» mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Dort ereignen sich 90 Prozent aller Erdbeben weltweit.

Im Jahr 1933 kamen der amerikanische Erdbebenwarte USGS zufolge rund 3000 Menschen bei einem Erdbeben und einem Tsunami bei Ofunato ums Leben. Damals erreichte die Welle eine Maximalhöhe von 28,7 Metern. 1896 löste ein Erdbeben der Stärke 8,5 einen Tsunami aus, der 27 000 Menschen in dem Gebiet das Leben kostete.

(Video: YouTube)

(sda/dapd)

25 Tote nach Beben in China

Bei dem Erdbeben im Südwesten Chinas sind nach Regierungsangaben vom Freitag mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen und 250 weitere verletzt worden. Der Erdstoß der Stärke 5,8 brachte demnach in Yunnan nahe der Grenze zu Birma mehr als 1.000 Häuser und Teile eines Supermarktes zum Einsturz. Mehr als 127 000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, wie das Ministerium für Zivile Angelegenheiten mitteilte.

Der chinesische Vizepräsident Xi Jinping rief zu einer umfassenden Soforthilfe für alle vom Erdbeben betroffenen Bürger auf, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

Das Zentrum des Bebens lag 2400 Kilometer südwestlich von Peking in zehn Kilometern Tiefe, wie die staatliche Erdbebenwarte auf ihrer Website mitteilte. Der Geologische Dienst der USA gab die Stärke des Bebens mit 5,4 an. (AP)

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