Radiohead-Gig: Sound aus höheren Sphären

Aktualisiert

Radiohead-Gig: Sound aus höheren Sphären

Radiohead eröffneten das Rock oz'Arènes am Dienstag mit einem Konzert, das an Intensität und Dramatik kaum zu überbieten sein wird.

Die Vorfreude der Fans aus aller Welt war am Dienstag in Avenches beinahe physisch spürbar. Und das restlos gefüllte römische Amphitheater bot einen perfekten, weil intimen Rahmen für die Briten. Als zum Sample eines französischen Geschichtenerzählers die Lichter ausgingen, brandete Begrüssungsjubel durchs Rund. Ausser Bassist Colin Greenwood haute die gesamte Band auf Trommeln, während Sänger Thom Yorke mit der Gitarre «There There» anstimmte und das Publikum mit «salut et merci» begrüsste.

Das rhythmische Element war auch bei den folgenden Versionen von Songs quer durch die Alben dominierend. Nicht nur, weil technische Probleme die Gitarren- und Synthie-Sounds anfangs etwas untergehen liessen. Ein Feedback zwang die Band gar zu einem Unterbruch, wofür Yorke sich entschuldigte. Die technischen Probleme waren sicher auch Folge der von Song zu Song wechselnden Instrumentierung. Yorke bewies sowohl an Gitarre und Schlagzeug als auch an diversen Tasteninstrumenten viel Gefühl und Virtuosität – die Band zeigte sich genauso vielseitig. Allen voran Johnny Greenwood, der eine der Pausen nutzte, um seinen blutenden Finger zu verarzten.

Die Stimmung konnten die Unterbrüche nicht schmälern. Im Gegenteil: Es wurde stetig intensiver. Auch bei den rockigeren neuen Songs jubelten die Fans, als spielten Radiohead «Creep». Den Song liessen sie zwar aus. Den Fans bescherten sie trotzdem eine Nacht in höheren musikalischen Sphären.

Olivier Joliat

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