Neue Studie: Radiosender lieben die Songs von Luzerner Bands
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Neue StudieRadiosender lieben die Songs von Luzerner Bands

Eine Erhebung von SRF Data zeigt: Luzerner Bands und Musiker schaffen es am ehesten ins Radio. Im Genre-Mix dominiert klar Rock, gefolgt von Pop und Hiphop.

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gwa/dag
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kein Anbieter/Silvio Zeder

Platten verkaufen, Konzerte spielen und im Radio gespielt werden – das ist der Traum vieler Musiker und Bands. Wenn es um Airplay in Radios geht, liegt Luzern an der Spitze der Schweizer Städten, wie eine Erhebung von SRF Data zeigt: Der prozentuale Anteil an Bands, von denen mindestens ein Song im Radio gespielt wurde, liegt in Luzern bei über 30 Prozent – noch vor Basel, Zürich oder Bern.

Erhoben wurden die Daten anhand der auf der Musikplattform mx3.ch hochgeladenen Profile. Betrieben wird mx3.ch von den SRF-Radiostatoinen SRF 3, Couleur 3, Rete Tre, Radio Rumantsch und SRF Virus. Dort können Newcomer-Bands Songs hochladen, um ihre Bekanntheit zu steigern. Für den Vergleich der zehn grössten Schweizer Städte hat SRF Data 4866 Profile berücksichtigt.

Genügend grosses Einzugsgebiet

Auf der Suche nach neuen Künstlern greife man regelmässig auf das Portal zurück: «Mx3 ist für SRF 3 die Plattform, um neue Schweizer Musik zu entdecken. In Playlistmeetings werden wöchentlich auch neue Songs von mx3-Bands besprochen», sagt Michael Schuler, Leiter der Fachredaktion Musik (Rock/Pop) bei SRF.

«Die starke Präsenz von Bands aus Luzern basiert unter anderem darauf, dass einige Songs von Musikschaffenden aus den erwähnten Regionen in allen SRG-Radioprogrammen vorkommen, wie etwa Werke von Damian Lynn und Heidi Happy», sagt Schuler. Neben den beiden waren es laut Schuler Bands wie Hermann, Hanreti, The Espionne, Dada Ante Portas, Marash & Dave und Rapper Mimiks, die am meisten gespielt wurden.

«Das Einzugsgebiet ist gross genug und es können viele Konzerte stattfinden», sagt Schuler weiter. «Die Stadt hat eine lebendige Musikszene und viele Luzerner sind stolz auf das einheimische Schaffen.» Zudem könne auch der Anteil an Künstlern, die englische Texte verfassen, einen Einfluss auf die Erhebung haben: Mundart-Songs würden in der welschen Schweiz tendenziell weniger im Radio gespielt als Lieder in Englisch.

Kreative toben sich in verschiedenen Kunstformen aus

«Obwohl Luzern eine kleine Stadt ist, gibt es dort eine lange Kulturtradition», sagt Philipp Schnyder von Wartensee, Leiter des M4Music-Festivals beim Migros-Kulturprozent. Dies wirke sich auf die Kreativität einer Stadt aus, wie das etwa an der Fasnacht zu sehen sei.

Zudem habe man neben der Jazzschule etwa mit der Kunstschule oder der Journalistenschule MAZ Orte, wo kreative Leute aufeinander treffen: «Wo kreativ gearbeitet wird, gibt es auch immer einen regen Austausch.» Viele Kulturschaffende würden sich nicht bloss einer einzigen Kunstform widmen, sondern in verschiedenen Gebieten kreativ austoben. «Wo es beispielsweise viele Grafiker hat, ist die Chance gross, dass jemand daneben auch Musik macht.» Zudem habe Luzern mit dem Sedel schon früh einen kulturellen Hotspot erhalten.

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