Kanada: Radiosender verbannen Michael Jackson
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KanadaRadiosender verbannen Michael Jackson

Nach der Ausstrahlung der Dokumentation «Leaving Neverland» verzichten kanadische Radiosender darauf, Songs von Michael Jackson zu spielen.

von
chk

In «Leaving Neverland» erzählen zwei Männer, wie sie als Kinder angeblich von Michael Jackson missbraucht wurden. Am Sundance Film Festival im Januar schockierte die Doku, HBO und Channel 4 zeigen sie im März – hier ist der Trailer dazu. (Video: Vizzr/Tamedia)

Eine Reihe grosser Radiosender in Kanada hat angesichts neuer Pädophilie-Vorwürfe gegen den verstorbenen Pop-Sänger Michael Jackson vorerst alle seine Songs aus dem Programm genommen.

Das gab das Medienunternehmen Cogeco am Dienstag bekannt. Eine Unternehmenssprecherin sagte, man habe sich nach der Ausstrahlung der Dokumentation «Leaving Neverland» zu dem Schritt entschlossen. Cogeco gehören 22 Radiosender im Bundesstaat Quebec und einer in Ontario.

«Wir achten auf die Kommentare unserer Hörer», sagte Cogeco-Sprecherin Christine Dicaire der Nachrichtenagentur AFP. Nach der Ausstrahlung der Doku habe es Reaktionen gegeben.

Der Trailer zur Michael-Jackson-Doku

In «Leaving Neverland» erzählen zwei Männer, wie sie als Kinder angeblich von Michael Jackson missbraucht wurden. Am Sundance Film Festival im Januar schockierte die Doku, HBO und Channel 4 zeigen sie im März – hier ist der Trailer dazu. <i>(Video: HBO)</i>

Der Trailer zu «Leaving Neverland». (Video: HBO)

«Bis auf weiteres» habe man Jacksons Musik daher aus dem Programm genommen. Aus Grossbritannien gab es Berichte, wonach auch die BBC die Musik des «King of Pop» vom Sender genommen habe. Eine Unternehmenssprecherin sagte aber, die BBC sperre keine Künstler.

Kindesmissbrauch

Der US-Fernsehsender HBO hatte die zweiteilige Dokumentation «Leaving Neverland» Anfang des Monats gezeigt. Sie erzählt die Geschichte zweier Männer, die nach eigenen Angaben im Alter von sieben und zehn Jahren von Jackson sexuell missbraucht worden waren.

Jackson war im Juni 2009 an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Der «King of Pop» sah sich bereits zu Lebzeiten immer wieder dem Vorwurf des Kindesmissbrauchs ausgesetzt. 2005 wurde er in einem spektakulären Gerichtsverfahren freigesprochen. Seine Karriere und sein Ruf nahmen jedoch dauerhaft Schaden.

Jacksons Nachlassverwalter hatten den Sender HBO vor der Ausstrahlung der Dokumentation wegen Verunglimpfung des Popstars auf 100 Millionen Dollar verklagt. (chk/sda)

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