Aktualisiert 20.07.2005 14:03

Radrennfahrerin schwebt in Lebensgefahr

Nach dem tödlichen Trainingsunfall bei der Thüringen-Radrundfahrt schwebt eine der fünf schwer verletzten australischen Fahrerinnen weiterhin in Lebensgefahr.

Die 24-Louise Yaxley werde auf der Intensivstation einer Zwickauer Spezialklinik künstlich beatmet, sagte der Sprecher des Thüringer Radsportverbandes, Nico Kleinert, am Mittwoch. Auch die 21-jährige Alexis Rhodes befinde sich noch in einem kritischen Zustand und habe in ein Jenaer Klinikum verlegt werden müssen. Gegen 14.00 Uhr sollte die 18. Thüringenrundfahrt beginnen.

Am späten Montagnachmittag war eine Autofahrerin auf einer Landstrasse bei Zeulenroda in trainierende Sportlerinnen der australischen Nationalmannschaft gerast. Dabei kam die 29-jährige Olympiateilnehmerin Amy Gillett ums Leben, fünf weitere Sportlerinnen und die 18-jährige Unfallverursacherin wurden schwer verletzt. Der Start der Tour wurde daher von Dienstag auf Mittwoch verlegt, am Dienstag fand eine Trauerfeier statt.

Bei den Ermittlungen zur Unfallursache konzentrierte sich die Staatsanwaltschaft Gera auf das Auto der 18-Jährigen, die ebenfalls schwer verletzt wurde, als sie nach dem Unfall mit der Radrenngruppe noch gegen einen Baum fuhr. Die Ermittler schliessen technisches Versagen oder einen geplatzten Reifen nicht aus. Ein Trainer sagte der AP, es sei auch schon öfter vorgekommen, dass Autofahrer in Panik gerieten und die Kontrolle verlören, wenn sie plötzlich eine Radrenngruppe vor sich auf der Strasse sähen.

Das ranghöchsten Radrennen der Frauen im Weltverband UCI sollte am Nachmittag direkt mit der zweiten von insgesamt sechs Etappe beginnen. Die rund 90 Starterinnen aus 17 Ländern führen die 115 Kilometer lange Strecke mit Trauerbinden und gedämpften Eifer, sagte Kleinert. «Der psychische Schaden bei den Fahrerinnen wird noch lange andauern.» Die Fahrerinnen hätten aber am Dienstag in ihren Trauerreden und vielen persönlichen Gesprächen signalisiert, dass sie für Gillett fahren wollten, spätestens ab der dritten Etappe mit angemessenem sportlichem Ehrgeiz.

Die Australierin Katy Watt, die für das Team Red Bull aus Frankfurt an der Oder startet, sagte, es sei im Sinne ihrer verstorbenen Landsfrau, wenn die Fahrt trotzdem rolle: «Amy Gelitt war durch und durch eine Sportsfrau. Wenn sie entscheiden könnte, würde sie sagen: Fahrt los!»

(dapd)

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