Aktualisiert 02.03.2011 09:29

Zürich

Rächerin kommt milde davon

Weil er sie verliess, soll eine Flugbegleiterin Kleider ihres Ex-Freundes mit Brandlöchern beschädigt und ein Erinnerungsfoto mit einem Hakenkreuz beschmiert haben. Nun stand sie vor Gericht.

von
Attila Szenogrady

Ein glimpfliches Ende: Die Flugbegleiterin wurde zwar von einem Zürcher Einzelrichter wegen Hausfriedensbruchs sowie geringfügiger Sachbeschädigung zu einer bedingten Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu 80 Franken verurteilt. Zudem soll sie die Gerichtskosten von 2000 Franken tragen. Trotzdem kam sie mit einem blauen Auge davon. So hatten die Anklagebehörden eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 110 Franken gefordert, also insgesamt 19 800 Franken, zudem den Widerruf einer bedingten Vorstrafe wegen Tierquälerei und Brandstiftung in der Höhe von 90 Tagessätzen zu 80 Franken. Damals hatte die Angeklagte in einem Wutanfall das Terrarium eines damaligen Freundes angezündet und damit seine Schlange verbrannt.

Die zwei neuen Racheaktionen gegen einen neuen Partner gingen auf den Sommer 2009 zurück. Damals drang die Beschuldigte gleich zweimal in die Wohnung ihres Ex-Freundes im Zürcher Kreis 5 ein. Der heute 42-jährige Geschädigte war jeweils nicht zu Hause und erlebte bei seiner Rückkehr eine böse Überraschung. Beim ersten «Besuch» entwendete seine gekränkte Ex-Partnerin seine Skier für 1500 Franken, eine CD-Sammlung für 200 Franken, ein Ladegerät für ein Mobiltelefon sowie Schulungsunterlagen der SR-Technics.

Bei der zweiten «Visite» verlegte sich die Beschuldigte – alles laut Anklage – auf zerstörerische Aktivitäten. So beschädigte sie vier Hosen und einen Anzug ihres Opfers mit Brandlöchern, zerschnitt ein Mobiltelefon-Headset und riss auf dem Balkon diverse Blumen aus den Töpfen. Zudem verschmierte sie eines seiner Erinnerungsfotos mit einem Hakenkreuz.

Nur wenig bewiesen

Vor Gericht wies die Angeklagte die Vorwürfe zurück und liess ihre Verteidigung auf Freispruch plädieren. Zum grossen Teil mit Erfolg. So sah das Gericht bloss den Hausfriedensbruch und die Zerstörung des Blumentopfs als erwiesen an. In den übrigen Punkten kam es zu Freisprüchen und deshalb zur milden, bedingten Strafe. Das Gericht verzichtete auch auf den Widerruf der Vorstrafe.

Eine schriftliche Begründung des Urteils liegt noch nicht vor.

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