Räikkönen: «Hier lässt man mich in Ruhe»
Aktualisiert

Räikkönen: «Hier lässt man mich in Ruhe»

Als Nachfolger von Michael Schumacher bei Ferrari ist Kimi Räikkönen der grosse Aufsteiger in der Formel 1. Der Finne verabschiedete sich Ende November in Zürich von seinem offiziellen McLaren-Sponsor TagHeuer. 20minuten.ch sprach mit dem «Iceman».

Kimi Räikkönen, Sie treten bei Ferrari als Nachfolger von Michael Schumacher in die Fusstapfen einer Legende. Wie gehen Sie mit dem Druck um?

Kimi Räikkönen: «Ich spüre keinen. Natürlich kenne ich Ferrari ein bisschen, aber man weiss letztlich nie, was auf einen zukommt. Ich selbst habe bei Ferrari ja noch nichts gezeigt.»

Geht dabei ein Traum für Sie in Erfüllung?

Kimi Räikkönen: «Naja, jeder Fahrer möchte gerne irgendwann bei Ferrari landen, das ist kein Geheimnis. Auf jeden Fall wäre ich sonst nicht zu Ferrari gegangen, es hätte ja auch andere Möglichkeiten gegeben.»

Sie sind durch Peter Sauber in die Formel 1 gekommen. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Kimi Räikkönen: «Wir treffen uns manchmal an den Rennen. Sonst sehen wir uns eigentlich kaum. Dabei wohnt er ja nicht mal weg von hier.»

Und was erwarten Sie von Ihrem neuen Teamkollegen Felipe Massa? Er ist ja auch ein ehemaliger Sauber-Pilot.

Kimi Räikkönen: «Ich kenne ihn natürlich ein bisschen vom Rennzirkus, aber dazu kann ich wirklich noch nichts sagen. Ich war bisher ja noch keinen Tag bei Ferrari angestellt.»

Sie wohnen in Wollerau, andere Formel-1-Stars wie Michael Schumacher, Nick Heidfeld oder Fernando Alonso sind ebenfalls in der Schweiz zuhause. Wegen der tiefen Steuern?

Kimi Räikkönen: «Nicht nur. Die Schweiz ist ein wundervolles Land und zentral gelegen, sprich alles in Europa ist nah. Ausserdem kann ich hier gut relaxen, man lässt mich in Ruhe.»

Das heisst, dass man Sie in Wollerau auch mal in einem Einkaufsladen antreffen könnte?

Kimi Räikkönen: «Ja. (schmunzelt) Ich glaube nicht mal, dass mich viele kennen, wenn sie mich sehen.»

Was halten Sie von den Schweizer Autobahnen. 120 km/h muss für Sie ja ein echtes Schneckentempo sein?

Kimi Räikkönen: «Nein, nicht wirklich. Es ist mir klar, dass man im Strassenverkehr viel Verantwortung trägt.»

Das heisst, Sie wissen nicht, wo die Radargeräte stehen?

Kimi Räikkönen: «Nein. Ich kennen nur einige wenige...»

Sie sind ein begeisterter Snowboarder. Verbringen Sie den Winter auf der Piste?

Kimi Räikkönen: «Das weiss ich noch nicht, ich werde diesen Winter allerdings mehr in Finnland sein, um Freunde und die Familie zu besuchen. Letzten Winter konnte ich nie boarden, da ich mein Knie operieren lassen musste.»

Aber Ihr Vertrag würde Wintersport nicht verbieten?

Kimi Räikkönen: «Nein, nein, ich könnte natürlich auch andere Sportarten betreiben. Ich muss einfach vorsichtig sein.»

Die nächste Saison beginnt am 18. März in Australien. Wie lange haben Sie denn noch Ferien?

Kimi Räikkönen: «Ich halte mich weiterhin fit. Ausserdem würde ich gerne noch dieses Jahr den einen oder andern Test mit Ferrari machen.»

Sie waren fünf Jahre bei McLaren, wurden zweimal Vizeweltmeister, hatten aber oft auch viel Pech. Seit Sie bei Ferrari unterschrieben haben, sprechen bereits alle vom Duell Alonso-Räikkönen im nächsten Jahr. Holen Sie 2007 mit Ferrari den Titel?

Kimi Räikkönen: «Ich weiss es nicht. Sicher gabs bei McLaren-Mercedes auch Enttäuschungen, insgesamt habe ich aber sehr gute Erinnerungen an diese Zeit und möchte sie nicht missen. Aber klar, man weiss, dass Ferrari in den letzten Jahren sehr stark war. Man weiss zwar noch nicht, wie das Auto dann wirklich laufen wird, aber ich hoffe natürlich, dass wir auch nächste Saison ein gutes Package haben werden.»

(mat)

Deine Meinung