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Nicht in Sendung erwähntRätoromanen erhalten von SRG-Ombudsstelle recht

Die Lia Rumantscha hat mit einer Beschwerde bei der Ombudsstelle der SRG Erfolg. Die Sprache der Rätoromanen hätte bei einer Sendung über die Schweizer Mehrsprachigkeit erwähnt werden müssen.

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Die Ombudsstelle der SRG anerkannte, dass das Rätoromanische in einer Sendung über die Mehrsprachigkeit hätte erwähnt werden müssen. (Symbolbild)

Die Ombudsstelle der SRG anerkannte, dass das Rätoromanische in einer Sendung über die Mehrsprachigkeit hätte erwähnt werden müssen. (Symbolbild)

Keystone
Thematisiert worden war darin die Mehrsprachigkeit in der Schweiz.

Thematisiert worden war darin die Mehrsprachigkeit in der Schweiz.

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Unerwähnt blieb die vierte Landessprache am 8. Juli dieses Jahres in der 17 Minuten dauernden Sendung «Tagesgespräch» auf Radio SRF#1.

Unerwähnt blieb die vierte Landessprache am 8. Juli dieses Jahres in der 17 Minuten dauernden Sendung «Tagesgespräch» auf Radio SRF#1.

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Darum gehts

  • In einer Sendung vom 8. Juli 2020 strahlte Radio SRF 1 eine Sendung zur Mehrsprachigkeit aus.

  • Dabei wurde Rätoromanisch nicht erwähnt.

  • Die Lie Rumantscha intervenierte – und erhielt jetzt von der Ombudsstelle der SRG recht.

Das Rätoromanische in einer Sendung über die Mehrsprachigkeit mit keinem Wort zu erwähnen, verletzt bei der SRG das Sachgerechtigkeitsgebot. Die Lia Rumantscha in Chur, der Dachverband der rätoromanischen Sprachverbände, intervenierte erfolgreich bei der Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz.

Unerwähnt blieb die vierte Landessprache am 8. Juli dieses Jahres in der 17 Minuten dauernden Sendung «Tagesgespräch» auf Radio SRF 1. Thematisiert worden war darin die Mehrsprachigkeit in der Schweiz. Wie die Lia Rumantscha am Montag mitteilte, stiess sie mit ihrer Beanstandung auf volles Verständnis.

Rätoromanen wurden nicht erwähnt

Das Rätoromanische zu verschweigen und das italienischsprachige Graubünden nicht zu erwähnen, sei mehr als ein Fehler gewesen, räumte die Beschwerdestelle ein. Die Lia Rumantscha zeigt sich mit der erhaltenen Stellungnahme zufrieden und verzichtet darauf, die Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen UBI weiterzuziehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Rätoromaninnen und Rätoromanen bei der SRG in Beiträgen über Sprachen vergessen gehen. Vor rund vier Jahren sah sich die Lia Rumantscha veranlasst, die Ombudsstelle zu kontaktieren, weil die «Tagesschau» von SRF die vierte Landessprache in einem Bericht über die Vier- und Vielsprachigkeit der Schweiz nicht erwähnt hatte.

(SDA)

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21 Kommentare
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Anita Capadrutt

17.11.2020, 14:21

Das wäre wie eine 15 minütige Reportage über die in der CH lebenden AusländerInnen zu machen und eine wichtige Gruppe, zB die Portugiesen nicht EINMAL zu erwähnen.

Peter Casutt

17.11.2020, 12:04

Am 20. Februar 1938 sagten 91,6 Prozent unsere Grossväter/Urgrossväter Ja, Romanisch als 4 Landessprache zu erklären. Die Romanischsprechenden haben also einen guten Grund und das Recht sich zu beschweren. So funktioniert Demokratie. Und an alle, welche sich hier beschweren. Akzeptieren und weitermachen. Wäre eure Muttersprache davon betroffen, würdet ihr auch darum kämpfen.

Natascha Schneider

17.11.2020, 09:58

Oh. 4 Landessprachen sind eh zu viele. Eine Verringerung wäre schon längst überfällig.