300 Millionen teuer: Rätsel um Megajacht «Amadea» auf Fidschi

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300 Millionen teuerRätsel um Megajacht «Amadea» auf Fidschi

Seit vergangener Woche sitzt die mehr als 300 Millionen Euro teure Jacht auf der Südseeinsel fest. Die USA wollen sie im Zuge der Russland-Sanktionen beschlagnahmen. Doch wem gehört die Luxusjacht überhaupt? 

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Die Behörden rätseln über den Besitzer der Megajacht «Amadea». 

Die Behörden rätseln über den Besitzer der Megajacht «Amadea». 

AFP
Momentan ankert sie in einem unscheinbaren Containerhafen auf Fidschi.

Momentan ankert sie in einem unscheinbaren Containerhafen auf Fidschi.

Imago
Die USA möchten die Jacht wegen der Sanktionen gegen Russland beschlagnahmen.

Die USA möchten die Jacht wegen der Sanktionen gegen Russland beschlagnahmen.

AFP

Darum gehts

  • Die Jacht ist 106 Meter lang, hat einen Hubschrauberlandeplatz und einen Zehn-Meter-Pool.

  • Die USA wollen sie beschlagnahmen, wegen der Sanktionen gegen Russland.

  • Nach Angaben der USA gehört die «Amadea» dem Oligarchen Suleiman Kerimow.

An dem kleinen und wenig glamourösen Containerhafen an der Westküste von Fidschi wirkt sie etwas deplatziert, die Megajacht «Amadea». 106 Meter lang, Hubschrauberlandeplatz, Zehn-Meter-Pool, ein Aquarium für Hummer in der Kombüse, ein handbemaltes Pleyel-Klavier für Musikabende. Kostenpunkt des in einer Werft von Lürssen im fernen Deutschland gebauten Schiffs: rund 307 Millionen Euro.

Seit dem 19. April darf die Jacht, die zuvor in Mexiko vor Anker gelegen hatte, Fidschi nicht mehr verlassen. Die USA wollen sie beschlagnahmen, wegen der Sanktionen im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Am kommenden Dienstag soll ein Gericht entscheiden, ob der US-Forderung stattgegeben wird oder nicht. Doch eine zentrale Frage ist noch ungeklärt: Wem gehört eigentlich die «Amadea»?

Jacht soll ehemaligem Politiker gehören

Nach Angaben der USA gehört die «Amadea» dem Oligarchen Suleiman Kerimow. Wegen des Vorwurfs der Geldwäsche verhängten die USA schon 2018 Strafmassnahmen gegen den russischen Investor und Ex-Politiker mit Verbindungen zum Kreml, nach der russischen Invasion in die Ukraine kamen weitere Sanktionen von Kanada, Grossbritannien und der EU dazu. Das Magazin «Forbes» beziffert Kerimows Vermögen auf 14,5 Milliarden Dollar.

Die Verteidiger in dem Gerichtsstreit auf Fidschi nennen als Besitzer der Jacht hingegen einen anderen Namen: Eduard Chudainatow. Der war einmal Vorstandsvorsitzender des staatlich kontrollierten russischen Mineralölkonzerns Rosneft. Doch was in diesem Zusammenhang viel wichtiger ist: Er steht nicht auf einer Sanktionsliste des Westens so wie viele andere Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Ein Polizist stellt sicher, dass die Jacht nicht ablegt

Tatsächlich ist es bei vielen Megajachten schwierig, den Eigentümer herauszufinden. Briefkastenfirmen und Stiftungen verschleiern oft die Identität der Eigner. Auf dem Papier ist die Jacht auf den Kaimaninseln registriert, einem britischen Überseegebiet in der Karibik, und gehört dem Unternehmen Millemarin Investments (manchmal auch Millemarine geschrieben) mit Sitz ebenfalls auf den Kaimaninseln.

Doch steht jetzt Kerimow oder Chudainatow hinter Millemarin? Mit dieser schwierigen Frage muss sich kommende Woche das Gericht befassen. Inzwischen liegt die «Amadea» weiter in Queens Wharf in Lautoka vor Anker. Die 25-köpfige Besatzung darf abwechselnd immer mal wieder auf das Schiff, um ihre Arbeiten zu verrichten. Und ein Polizist aus Fidschi hat dieser Tage einen besonders luxuriösen Arbeitsplatz: Er bleibt an Bord und stellt sicher, dass die Jacht nicht ablegt. 

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(dpa/fos)

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