Archäologie: Rätsel um roten Fleck gelöst
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ArchäologieRätsel um roten Fleck gelöst

Das Rätsel um einen braun-roten Fleck in einer Ruine in Pratteln im Baselbiet ist gelöst. Nicht Farbe oder Blut, sondern Rotwein wurde dort im 13. Jahrhundert vergossen.

Das fand die Forschungsanstalt Agroscope heraus. Es sei damit der älteste Fund eines mittelalterlichen Weinbauernhauses in der Schweiz.

Archäologen hatten 2007 bei Grabungen in Pratteln Fundamente von zwei gemauerten Kellern entdeckt. Einer der Kellerböden wies rätselhafte braun-rote Verfärbungen auf, die nun mit modernster Analysetechnik eindeutig als Wein identifiziert werden konnten. Das Massenspektrometer lieferte so den Beweis, dass blaue Trauben bereits im Mittelalter in Pratteln und Umgebung angebaut und gekeltert wurden. Es handelt sich um den ältesten Fund eines mittelalterlichen Weinbauernhauses in der Schweiz, wie die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (AVW) am Montag mitteilte.

Die Forschung in Zusammenarbeit mit dem Functional Genomics Center Zurich (FGCZ), der Archäologie Baselland und dem Schweizerischen Landesmuseum konnte den Gebäudekomplex zudem als Teil eines mittelalterlichen Meierhofes bestimmen. Dort wohnte der vom lateinischen major abgeleitete «Meier», der örtliche Sachwalter. Er stand im Dienste des Klosters St. Alban in Basel und war für die Gutsverwaltung und die Einforderungen der bäuerlichen Zinsabgaben zuständig. St. Alban als erstes Kloster in Basel war von Bischof Burkhard von Fenis 1083 gegründet worden. Bereits im Gründungsbericht von 1103 ist eine «Curia» (Hof) in «Bratello» (Pratteln) aufgeführt, die dem Kloster angehörte. (dapd)

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