Aktualisiert 03.05.2016 15:20

St. GallenRätsel um versteckte Kameras ist gelöst

In der Firma DGS Druckguss Systeme haben Mitarbeiter drei versteckte Kameras gefunden. Nun ist klar warum: Die Firma hatte sie selbst angebracht – angeblich wegen Sabotage.

von
afa
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Ein Mitarbeiter der Firma DGS Druckguss Systeme wirft seinem Produktionsleiter Schikane und Diskriminierung vor.

Ein Mitarbeiter der Firma DGS Druckguss Systeme wirft seinem Produktionsleiter Schikane und Diskriminierung vor.

Screenshot Google Streetview
Schon Ende April geriet die Firma in die Kritik als ein Mitarbeiter versteckte Kameras in den Produktionshallen fand.

Schon Ende April geriet die Firma in die Kritik als ein Mitarbeiter versteckte Kameras in den Produktionshallen fand.

zVg
«Es ist ein Skandal, dass wir am Arbeitsplatz gefilmt wurden und davon nichts wussten», sagt ein Informant.

«Es ist ein Skandal, dass wir am Arbeitsplatz gefilmt wurden und davon nichts wussten», sagt ein Informant.

zVg

Am Samstag entdeckten Mitarbeiter der Firma DGS Druckguss Systeme AG in St. Gallen zufällig drei versteckte Kameras in den Produktionshallen der Firma. Jetzt ist klar, wer die Kameras aus welchem Grund montiert hatte: In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter der Firma vom Dienstag steht, dass die versteckten Kameras von der Produktionsleitung angebracht worden waren.

In den letzten Wochen seien in einzelnen Behältnissen, die für die Auslieferung an die internationalen Kunden bestimmt waren, fehlerhafte Teile festgestellt worden, wie in der Mitteilung steht. Man vermutete, dass die Teile bewusst dort abgelagert worden seien. Das Unternehmen DGS beliefert Druckguss-Lösungen und verfolge eine Null-Fehler-Strategie. In einem hart umkämpften internationalen Markt führe mangelnde Qualität sehr schnell zu Auftragsverlusten, so das Unternehmen.

Unternehmen entschuldigt sich

Aufgrund des Verdachts auf Sabotage habe die Produktionsleitung drei Videokameras mit grossräumigem Aufnahmebereich installiert. Das Vorgehen sei jedoch nicht mit allen zuständigen Stellen abgestimmt gewesen, sagt Cornelia Hess, Personalverantwortliche von DGS. «Der Vorfall wird Thema der anstehenden Sitzungen zwischen der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat sein.»

Die aufgezeichneten Bilder der Kameras würden nicht ausgewertet: «Die Bilder wurden weder konsultiert noch verwendet», so Hess. Somit könne der Verdacht auf Sabotage weder bestätigt noch entkräftet werden. Die Unternehmensleitung habe sich bei den Mitarbeitern entschuldigt: «DGS bedauert diesen Vorfall. Das Vorgehen in diesem Fall war nicht korrekt.»

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