Kopierte Schlüssel?: Rätselhafte Diebstähle im Hallenbad City
Aktualisiert

Kopierte Schlüssel?Rätselhafte Diebstähle im Hallenbad City

Dreimal wurde am Donnerstag im Zürcher Hallenbad City Geld aus Schliessfächern entwendet. Ein Betroffener vermutet kopierte Schlüssel. 20 Minuten war beim Schlüsseldienst und hatte nach kürzester Zeit ein Duplikat.

von
Samuel Hufschmid

Paul Wiesli aus Zürich war gestern mit einem vietnamesischen Freund im City-Hallenbad. Zurück bei den Schliessfächern musste die beiden feststellen, dass ihre Portemonnaies gestohlen worden waren. «Die Schliessfächer wiesen keinerlei Einbruchsspuren auf und sogar der Depot-Fünfliber war noch an seinem Platz», sagt Wiesli. Als ihm der Bademeister erzählte, dass er bereits das dritte Opfer innerhalb eines Tages sei, war für Wiesli klar: «Da muss jemand mit einem kopierten Schlüssel unterwegs sein.»

Die Polizei bestätigt, dass gestern drei entsprechende Anzeigen eingegangen sind. «In allen Fällen wurden die Garderobenkästen auf unbekannte Art und Weise geöffnet und mehrere hundert Franken entwendet», sagt Polizeisprecher Marco Bisa. Die Ermittlungen seien aufgenommen worden und die Polizei stehe im Kontakt mit den Verantwortlichen des Schwimmbads.

Kopiert in drei Minuten

Aber was ist mit der Vermutung von Paul Wiesli? Tatsache ist, dass sich der Garderobenschlüssel aus dem City-Hallenbad bei jedem Schlüsseldienst innerhalb von wenigen Minuten kopieren lässt, wie ein Test von 20 Minuten ergab. Für 16 Franken wurde ohne Nachfrage ein perfektes Duplikat des Schlüssels angefertigt.

Zuständig für den Einbau der Schliessfächer des eben erst für 44 Millionen Franken renovierten Hallenbads ist das Hochbaudepartement. Über die Vorfälle sei man «sehr unglücklich», sagt Sprecher Urs Spinner. «Die Stadt ist daran, Sofortmassnahmen zu prüfen, damit dieser Trick nicht mehr funktioniert.»

Alpamare hat in Sicherheit investiert

Andere Schwimmbäder sind in Sachen Sicherheit vorbildlicher: Obwohl es im Alpamare in letzter Zeit keine Einbrüche in Garderobenkästchen gab, hat die Badeanstalt im vergangenen Jahr «proaktiv in die Sicherheit investiert», wie Sprecherin Catrin Hardung erzählt. «Seit Dezember kann man den Garderobenschrank nur noch mit einem individuellen Chipband öffnen, das der Gast die ganze Zeit am Körper trägt.»

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