Aktualisiert 05.02.2012 22:53

Antarktis

Rätseln um russisches Forscherteam

Sorge um Antarktis-Forscher am geheimnisvollen Wostoksee: Seit Tagen ist der Kontakt zu dem russischen Bohrteam abgebrochen.

«Kein Wort aus dem Eis seit fünf Tagen», sagte der amerikanische Bi0loge John Priscu von der Montana State Uni­versity am Wochenende gegenüber FoxNews.com.

Die Polarforscher arbeiten in der abgelegenen Wostok-Station tief in der antarktischen Eiswüste am historischen Bohr-Durchbruch zum Wostoksee knapp 4000 Meter unter dem Eis (siehe Box). Vor einer Woche hatten die Antarktis-Forscher Priscu gemeldet, sie hätten nur noch 15 Meter Eis vor sich. Da der antarktische Winter kurz bevorsteht, wird ein Scheitern wie vor einem Jahr befürchtet, als die Forscher ihre Bohrarbeiten wenige Meter vor dem Durchbruch wegen zu tiefer Temperaturen abbrechen mussten.

Was die Forscher am Wostoksee erwartet, kann niemand genau voraussagen. Das Seewasser ist seit 15 Millionen Jahren von der Aussenwelt isoliert und hat eine vollkommen unbekannte Bakterienfauna und Tierwelt. Die Wissenschaft erhofft sich von den Forschungen Erkenntnisse über die Klimaveränderungen auf der Erde – und womöglich auch über das Leben auf anderen Planeten. Auf dem Jupitermond Europa etwa befinden sich riesige Seen unter einer dicken Eiskruste. (20 Minuten)

Wostoksee in der Eiswüste

1957 errichteten sowjetische Forscher die Wostok-Station zur Erforschung der irdischen Klimageschichte. 1983 wurde dort mit -89,2 Grad Celsius die tiefste Temperatur der Erde gemessen. Die Bohrung zum Wostoksee begann 1990. Dieser ist der grösste von mehr als 150 bisher bekannten subglazialen Seen in der Antarktis. Er liegt in einer Tiefe von 3700 bis 4100 Metern und hat eine Fläche von 15 690 km2). Der See ist wegen des hohen Drucks von etwa 30 bis 40 Megapascal nicht gefroren.

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