Nazi-Munition: Rätselraten um Granaten in der Aare
Aktualisiert

Nazi-MunitionRätselraten um Granaten in der Aare

Taucher fanden in der Aare scharfe Munition aus Deutschland – die Armee weiss nicht, wie sie dorthin gelangte.

von
Sonja Mühlemann
Diese beiden Artillerie-Granaten aus den beiden Weltkriegen zogen Freiwillige aus der Aare bei Bettlach.

Diese beiden Artillerie-Granaten aus den beiden Weltkriegen zogen Freiwillige aus der Aare bei Bettlach.

Zwei Sprenggranaten lagen ganz nahe am Aare-Ufer – beide noch scharf. Entdeckt hatte die Munition Lehrer Markus Flury, als er zusammen mit einer Schulklasse am Umwelttag den Fluss putzte. «Die Geschosse waren rund zwei Kilo schwer, ich konnte sie ganz leicht an Land hieven», erzählt der passionierte Taucher.

Zwei Wochen später haben Untersuchungen der Armee ­ergeben: Beim Fund handelt es sich um Munition aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Völlig unklar ist allerdings, wie diese in der Aare landete. Entsorgte etwa ein Waffenfanatiker die heisse Ware im Fluss?

Verlor Nazi-Flieger Munition?

Selbst Experten können nur spekulieren: «Es könnte sein, dass ein deutsches Flugzeug die Granaten bei einem geheimen Überflug im Zweiten Weltkrieg verlor», mutmasst Armeesprecher Urs Müller. Klar ist: Solche Geschosse wurden in der Schweiz nie verschossen. Mysteriös sei auch der Fundort – normalweise finde man Munition in Seen an der Grenze.

Die Granaten sind selbst nach Jahrzehnten noch scharf: «Man sollte solche Munition niemals berühren und sofort der Polizei melden», sagt Müller weiter. Spezialisten der Armee vernichteten sie. Ob noch weitere Weltkriegs-Munition in der Aare liegt, weiss man bei der Armee nicht. Müller: «Wir suchen nicht gezielt danach.

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