Holcim-Areal: Jetzt räumt die Polizei den besetzten Hügel in Eclépens VD
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Holcim-ArealJetzt räumt die Polizei den besetzten Hügel in Eclépens VD

Auf dem Mormont-Hügel im Waadtland besetzen Aktivisten und Aktivistinnen seit vergangenem Oktober ein Gebiet, auf dem der Baustoffhersteller Holcim einen Kalksteinbruch betreibt. Die Polizei hat damit begonnen, den Hügel zu räumen.

Darum gehts

  • Seit Oktober 2020 besetzen Aktivistinnen und Aktivisten ein Gebiet in Eclépens VD, das dem Baustoffhersteller Holcim gehört.

  • Sie wollen sich damit für den Erhalt einer archäologischen Stelle der Kelten und den Artenschutz einsetzen.

  • Die Polizei hat nun damit begonnen, das Gebiet zu räumen.

Am Mormont-Hügel zwischen Eclépens und La Sarraz im Kanton Waadt besetzen Aktivistinnen und Aktivisten seit vergangenem Oktober ein Gebiet, das dem Baustoffhersteller Holcim gehört, wie «20 Minuten» berichtet. Sie haben dieses Gebiet zur «Zone à défendre» erklärt – zu deutsch: eine Zone, die es zu verteidigen gilt.

Auf dem Mormont-Hügel betreibt Holcim seit 1953 einen Kalksteinbruch. Gleichzeitig beherbergt das Gebiet aber auch eine archäologische Stätte der Kelten von grosser Bedeutung. Zusätzlich dazu gilt das Gebiet als Rückzugsort vieler bedrohter Arten, weshalb auch Umweltschützer, Klima-Aktivisten und Öko-Feministinnen sich an der Besetzung beteiligen.

Räumung hat begonnen

Die Besetzung aber soll bald Geschichte sein. Am Dienstag läuft eine Berufungsfrist aus, weshalb die Polizei plant, die «Zone à défendre» zu räumen. Die Besetzerinnen und Besetzer haben angekündigt, Widerstand zu leisten. Über die letzten Tage und Wochen hat sich die Atmosphäre innerhalb der Besetzergruppe radikalisiert, wie Beobachter berichten. Auf Twitter bitten die Besetzerinnen und Besetzer um Unterstützung. Die Evakuierung sei jetzt im Gang:

Die Waadtländer Kantonspolizei hat in einem Communiqué den Besetzerinnen und Besetzern ein Ultimatum gestellt. Sie haben demnach nach 7.20 Uhr eine halbe Stunde Zeit, um ihre Zelte abzubrechen und das besetzte Gebiet zu verlassen. Andernfalls werde die Polizei die Räumung aktiv vorantreiben. Gemäss Tweet der Kantonspolizei Waadt hat die Räumung begonnen. Sie müssen sich dabei auch durch Pflanzenbarrikaden kämpfen, die die Aktivisten errichtet haben.

Die Versuche, die Besetzerinnen und Besetzer von einem freiwilligen Verlassen des Gebiets zu überzeugen, haben bislang nicht gefruchtet. Entsprechende per Megafon vorgetragene Durchsagen quittieren die Aktivistinnen und Aktivisten mit wildem Geheul und Sprechchören. Unsicher sei noch, mit welcher Vehemenz die Polizei die Räumung vorantreibe, schätzt eine Beobachterin die Lage vor Ort ein.

Gegenüber 20 Minuten sagt ein Aktivist, dass sich die Besetzerinnen und Besetzer für gewaltlosen Widerstand entschieden hätten: «Wenn von jemandem Gewalt ausgeht, dann vom Staat, der Polizei und von Holcim.»

Die Besetzerinnen und Besetzer haben um Unterstützung in materieller und physischer Form gebeten. Im Fall einer Einkesselung durch die Polizei haben sie Lebensmittelreserven gebunkert. Am Freitag demonstrierten in Lausanne 800 Menschen für den Erhalt der «Zone à défendre».

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Die Kantonspolizei Waadtland hat mit der Räumung der illegalen Besetzung auf dem Mormont-Hügel begonnen.

Die Kantonspolizei Waadtland hat mit der Räumung der illegalen Besetzung auf dem Mormont-Hügel begonnen.

Screenshot Police vaudoise
Unterstützerinnen und Unterstützer der Besetzung bekämpfen den Kalksteinbruch von Holcim auf dem Hügel.

Unterstützerinnen und Unterstützer der Besetzung bekämpfen den Kalksteinbruch von Holcim auf dem Hügel.

20minutes/Pauline Rumpf
Viele Menschen zeigen sich am Dienstagmorgen solidarisch mit den Besetzern und Besetzerinnen

Viele Menschen zeigen sich am Dienstagmorgen solidarisch mit den Besetzern und Besetzerinnen

20minutes/Pauline Rumpf

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(20minutes/her)

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