10.07.2015 15:34

Der Sechspunkte-Plan

Raheem Sterling will weg – wir helfen ihm dabei

Um sich von seinem Arbeitgeber zu trennen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mit diesen Taktiken beschleunigt ein Fussballer seinen Abgang.

von
dmo
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Geht es nach Robbie Savage (l.), muss der Spieler bei einer vorgetäuschten Verletzung noch nicht einmal schauspielern. Der Klub kapiert auch so, dass einem die Situation nicht passt.

Geht es nach Robbie Savage (l.), muss der Spieler bei einer vorgetäuschten Verletzung noch nicht einmal schauspielern. Der Klub kapiert auch so, dass einem die Situation nicht passt.

Keystone/AP/Dave Thompson
Oder man macht es wie Gareth Bale und erscheint erst gar nicht zum Training.

Oder man macht es wie Gareth Bale und erscheint erst gar nicht zum Training.

Keystone/AP/Andres Kudacki
Ein kleines Wunder, dass sich Mario Balotelli mit all seinen Eskapaden nicht jede zweite Woche einen neuen Verein suchen muss.

Ein kleines Wunder, dass sich Mario Balotelli mit all seinen Eskapaden nicht jede zweite Woche einen neuen Verein suchen muss.

Keystone/AP/Jon Super

Raheem Sterling will weg von Liverpool. Er liebäugelt mit einem Transfer zu Manchester City. Um den Abgang zu beschleunigen, könnte er folgende Taktiken anwenden. Oder sich an Vero Salatic orientieren.

1. Erst gar nicht auftauchen

Erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Wieso sich die Mühe machen, in der Kabine den Angesäuerten zu spielen. Oder sich mit dem Trainer anzulegen. Es geht viel einfacher. Krank melden und erst gar nicht im Training auftauchen. So machte es zum Beispiel schon Gareth Bale. 2013 liess der Waliser an einem Dienstag das Training bei Tottenham sausen. Das Wochenende darauf war er bereits ein Königlicher. Bale hatte sich dies wohl von Luka Modric abgeschaut, der im Sommer zuvor das Training mit den Spurs verweigert hatte und einen Monat später für Real Madrid auf dem Rasen stand.

2. Die eigene Entlassung provozieren

So einige Spieler haben es bereits fertiggebracht, von ihren Klubs gefeuert zu werden. Wie wäre es, ein wenig mit Drogen zu experimentieren? Eine andere Möglichkeit ist, den Schiedsrichter mit einem Kick niederzustrecken. Der ehemalige Fussballer Robbie Savage zum Beispiel verpasste seinem damaligen Keeper in der Kabine bei einem Streit eine Kopfnuss. Der angenehme Nebeneffekt ist, dass der neue Klub keine Ablösesumme zu zahlen hat.

3. Seinen Wunschklub heissmachen

Die Devise lautet hier: Kommt und holt mich! Im Fall von Cristiano Ronaldo war es eine nicht unbedingt sehr subtile Äusserung, die verriet, für welchen Klub er gerne auflaufen würde. Damit einhergehen sollte die Bestätigung der Loyalität gegenüber dem Noch-Arbeitgeber. So verscherzt es sich der Spieler nicht mit den eigenen Fans. Jedoch muss auch Kritik geübt werden, zum Beispiel, es seien Versprechen von Seiten des Klubs nicht eingehalten worden oder es werde schlicht zu wenig für einen getan.

4. Eine Krankheit oder Verletzung vortäuschen

Auch nicht schlecht und gleich doppelt wirksam. Sofern keine echte Verletzung vorhanden ist, einfach eine simulieren. Einerseits nimmt der Spieler sich gleich selber aus der Planung des Trainers heraus. Andererseits wird vermieden, sich in einer Partie tatsächlich eine Blessur zuzuziehen. Savage meinte einst zu diesem Vorgehen: «Beim Vortäuschen einer Verletzung ist es nicht einmal notwendig zu schauspielern. Man sagt einfach, es gehe einem nicht gut. Es ist wohl die populärste Art, dem Klub zu zeigen, dass die Situation nicht zufriedenstellend ist.»

5. Eine Transfer-Anfrage einreichen

Der allerletzte Ausweg, wenn sonst nichts geklappt hat – eine schriftliche Transfer-Anfrage einreichen. Jetzt ist die Angelegenheit unmissverständlich. Dabei sollte aber immer im Hinterkopf behalten werden, dass es lediglich die Bitte an den Klub ist, einen auf die Transferliste zu setzen. Und diese kann der Verein natürlich ablehnen. Doch die Wirkung ist klar: Das Interesse anderer Klubs soll geweckt und der eigene Arbeitgeber verunsichert werden. Vielleicht schaut dabei ja ein neuer, satter Vertrag heraus.

6. Abgang à la Salatic

Beim ehemaligen Grasshopper Vero Salatic gelangte die Trennungs-Angelegenheit sogar bis vor Gericht. Bei diesem erkämpfte er sich nach seinem Rauswurf das Recht, mit der Mannschaft wieder trainieren zu können. Gleich im ersten Spiel nach seiner Reintegration im November 2014 schoss er ein Tor und klatschte sich mit Trainer Michael Skibbe ab. Aber das Vertrauensverhältnis war natürlich längst dahin. Im Februar 2015 schloss er sich dem FC Sion an.

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