14.07.2014 03:04

Vorbezug

Raiffeisen-Chef kritisiert PK-Beschränkung

Pierin Vincenz kann die Pläne des Bundesrats zur zweiten Säule nicht verstehen. Die Beschränkung der Pensionskassenbezüge würden der Wohneigentumsförderung widersprechen.

von
ann
Pierin Vincenz, CEO Raiffeissen, kritisiert die Pläne des Bundesrats zur zweiten Säule.

Pierin Vincenz, CEO Raiffeissen, kritisiert die Pläne des Bundesrats zur zweiten Säule.

Der Vorschlag des Bundesrats, den Kapitalbezug aus der zweiten Säule einzuschränken, sorgt weiter für Reaktionen. Die jüngste Kritik kommt von Raiffeisenbank-Chef Pierin Vincenz. Er ortet einen Widerspruch.

«Die Einschränkung der Pensionskassenbezüge steht quer in der Landschaft, weil sie der Wohneigentumsförderung zuwiderläuft. Und diese ist in der Verfassung festgeschrieben», sagte Vincenz in einem Interview mit der Zeitung «Nordwestschweiz» vom Montag. Die Politik sollte klar definieren, in welche Richtung es gehe, bevor sie einzelne Parameter verändere, fordert er.

«Was mich stört: Der Plan des Bundesrats richtet sich gegen junge Familien, die sich dadurch vielleicht kein Eigenheim leisten können», sagte der Raiffeisen-Chef. Das fände er schade. Weniger reglementieren und mehr Eigenverantwortung sollte seiner Meinung nach die Losung sein.

Immobilienmarkt könnte angeheizt werden

Zwar könne auch heute nicht jeder mit seinem Pensionskassengeld machen, was er wolle. Laut Vincenz fordern Banken etwa bei einem Hauskauf mindestens 20 Prozent Eigenmittel, wovon wiederum maximal 10 Prozent aus der Pensionskasse stammen dürfen. «Über diese 10 Prozent aber sollten die Bürger selbst verfügen können.»

Ein kurzfristiges zusätzliches Anheizen des Immobilienmarktes aufgrund der Vorschläge des Bundesrates hält Vincenz für «durchaus möglich». Denn weitere Massnahmen, wie etwa das Um- oder Rückzonen von Bauland, würden die Preise in die Höhe treiben.

«Politisch einen neuen Weg einschlagen»

Am 25. Juni hatte der Bundesrat darüber informiert, dass er die Verwendung von Eigenmitteln für die Altersvorsorge verbessern will, um das Risiko einer Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen im Alter zu minimieren. Der Kapitalbezug aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge soll nicht mehr möglich sein, hiess es damals.

Drei Tage zuvor hatte Raiffeisen-Chef Vincenz in einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» kritisiert, dass man für die Finanzierung eines Eigenheims Geld aus der Pensionskasse nehmen kann. «Da müsste man auch einmal politisch einen neuen Weg einschlagen», sagte Vincenz damals.

Auf die Frage, ob man kein Geld mehr für Immobilienfinanzierung aus der Pensionskasse nehmen können sollte, sagte er: «Ich denke, das wird in diese Richtung gehen müssen.» (ann/sda)

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