Lieber Phil Geld: Raiffeisen kappt Zinsen: Wo gibts mehr?
Aktualisiert

Lieber Phil GeldRaiffeisen kappt Zinsen: Wo gibts mehr?

Diese Woche haben die Raiffeisen-Banken die Zinsen auf dem Sparkonto von 0,75 auf 0,5 Prozent gesenkt. Welche Bank ist mit ihren Kunden grosszügiger?

Blick auf das Raiffeisen-Logo einer Filiale in St. Gallen: Die Gruppe senkt die Sparzinsen für ihre Genossenschafter von 0,75 auf 0,5 Prozent.

Blick auf das Raiffeisen-Logo einer Filiale in St. Gallen: Die Gruppe senkt die Sparzinsen für ihre Genossenschafter von 0,75 auf 0,5 Prozent.

Lieber Phil Geld,

Raiffeisen hat die Zinsen auf meinem Sparkonto auf 0,5 Prozent gesenkt. Meine Fragen: Weshalb sind die Zinsen so tief? Soll ich nun die Bank wechseln? Gibt es vorteilhaftere Anlagen? Auf meinem Konto sind derzeit etwa 10 000 Franken.

Lieber Roger

So unerfreulich die Entwicklung für Sparer ist, so einfach ist leider die Erklärung: Die Banken können kaum wesentlich höhere Erträge auf ihrem Kapital erwirtschaften. Zwar sind die Zinsen im Hypothekarzinsgeschäft etwas höher als die aktuellen Zinssätze der Sparkontos. Allerdings müssen die Finanzinstitute im Immobiliensektor Abschreibungen und einen gewissen Verwaltungsaufwand einkalkulieren. Was aber stärker ins Gewicht fällt: Auf dem an sich sicheren Geldmarkt notieren die Zinsen auf dem Rekordtief. Wenn die Banken Gelder dort parkieren, kommen sie kaum auf einen grünen Zweig.

Gewiss will ich hier nicht die Banken in Schutz nehmen. Tatsache ist jedoch, dass wir auf den Kapitalmärkten eine historisch gesehen ausserordentliche Situation vorfinden.

Was kannst du in dieser Situation tun? Leider bleiben nicht viele Optionen offen, wie unser Vergleich der Zinssätze zeigt: Raiffeisen gehört auch nach dieser Kürzung zur Spitzengruppe; gleichauf mit Postfinance, Bank Zweiplus und Wir-Bank. Nur das Mitgliederkonto der Coop-Depositenkasse ragt heraus (1,125 Prozent). Credit Suisse und etliche Kantonalbanken verzinsen das Konto bloss mit 0,25 Prozent pro Jahr; UBS und ZKB sogar nur mit je 0,2 Prozent. Übrigens: Der von dir zitierte aktuelle Zinssatz von 0,5 Prozent gilt ausschliesslich für Raiffeisen-Genossenschafter. Die übrigen Kunden erhalten ebenfalls nur jährlich 0,25 Prozent Zins auf ihren Sparkontos.

Eine Idee: Etwas mehr Zins gibt es für Gelder, die in Euro angelegt werden. So gewährt das Depositenkonto von Postfinance für das Euro-Konto 0,75 Prozent; Jugendliche bis 20 Jahre erhalten sogar 1,5 Prozent. Da die Schweizerische Nationalbank dafür sorgt, dass der Euro im Vergleich zum Schweizer Franken - zumindest theoretisch - nur steigen, aber nicht sinken kann, ist das eigentlich gar kein schlechtes Geschäft. Du darfst also noch auf einen relativ «sicheren Spekulationsgewinn» (ein Paradox) hoffen. Du verlierst die Wette allerdings, wenn die Strategie der Nationalbank versagt.

Lass dich übrigens nicht von Plakaten verwirren. So wirbt die CS in grossen Buchstaben mit 1,75 Prozent Zins. Doch dieser Zinssatz gilt nur bis Ende Jahr.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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