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333 km/h«Raketen-Mann» schlägt Ferrari mit Schweizer Velo

Ein Franzose hat am Freitag einen neuen Rekord aufgestellt und mit seinem Velo innert Sekunden auf 333 km/h beschleunigt. Möglich machten dies Schweizer Raketen-Triebwerke.

von
kko

Man musste schon den richtigen Moment erwischen, um den 32-jährigen Franzosen in der weissen Rauchwolke auf der Rennstrecke bei Castellet (F) überhaupt zu sehen. Denn François Gissy, auch Rocketman genannt, beschleunigte mit seinem Velo in nur 4,8 Sekunden auf eine Höchstgeschwindigkeit von 333 km/h. Damit liess er sogar den Ferrari F430 alt aussehen, der am Freitag zum Vergleich mitfuhr.

Möglich machen das Wahnsinns-Tempo drei Raketentriebwerke, entwickelt vom Schweizer Arnold Neracher und seiner Firma Exotic Thermo Engineering. Diese funktionieren mit hochkonzentriertem 90-prozentigem Wasserstoffperoxid. Den superleichten Velorahmen hat Gissy mit Freunden in Spanien selbst gefertigt, herkömmliche Bremsklötze ergänzen ihn. Die Pneus dagegen sind Extra-Anfertigungen und wurden von Michelin eine Stunde lang bei 300 km/h und 100 Kilogramm Belastung auf jedem Reifen getestet.

Turbo-Fahrt ist «kein Spass»

Gissy zeigte sich begeistert von seiner Leistung. Doch die Turbo-Fahrt sei kein so grosser Spass, wie sich das manch einer wohl vorstelle, denn sein Herz habe wie «wahnsinnig» gehämmert, sagt er dem Onlineportal Corsematin.

Insgesamt hatten er und sein Team drei Versuche gestartet. Beim ersten erreichte das Raketen-Velo 166 km/h, beim zweiten 260. Schliesslich schaffte der Rocketman 333 km/h und brach damit seinen alten Rekord, den er mit 285 km/h im Oktober 2013 in Interlaken aufgestellt hatte.

Doch Gissy hat noch nicht genug – sein nächstes Ziel: «Wir können es in weniger als zwei Sekunden von 0 auf 400 km/h schaffen. Aber um ein noch stärkeres Velo zu fertigen, brauchen wir Sponsoren.»

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