Aktualisiert 02.08.2010 13:45

Nahost

Raketenangriff auf Touristenzentren

Die südisraelische Touristen-Metropole Eilat ist von Raketen beschossen worden. Beim Einschlag eines der Geschosse im jordanischen Akaba wurden eine Person getötet und mehrere verletzt.

In der jordanischen Hafenstadt Akaba starb nach Angaben aus örtlichen Sicherheitskreisen ein 51-jähriger Taxifahrer an seinen Verletzungen durch den Beschuss. Fünf weitere Jordanier seien verletzt worden.

Laut Jordaniens Innenminister Najef Kadi schlug die Rakete nahe des Hotels Intercontinental in Akaba ein und zerstörte zwei Autos. Dabei handelte es sich demnach um den russischen Raketentyp Grad, der als wenig zielgenau gilt. Die Regierung in Amman verurteilte den Angriff als «Terrorakt».

Wieder aus dem Sinai?

Akaba liegt mehr als zehn Kilometer östlich von Eilat, dem anderen beliebten Badeort am Roten Meer. Dort wurde niemand verletzt. Im Norden der israelischen Stadt Eilat suchten Ermittler die Überreste einer Raketenexplosion. Zwei weitere Geschosse seien vor der südisraelischen Stadt im Meer gelandet, sagte Polizeikommandant Moshe Cohen.

Die Raketen kamen demnach «aus südlicher Richtung». Rund zehn Kilometer südlich von Eilat liegt die Grenze zur ägyptischen Sinai- Halbinsel. Ein dortiger Sicherheitsvertreter widersprach jedoch den Berichten, dass die Raketen von dort abgefeuert wurden.

Ein solcher Raketenabschuss würde eine logistische Vorbereitung erforderlich machen, die angesichts der Überwachung nicht vorstellbar sei, sagte der Sprecher auf ägyptischer Seite. Offenbar aus diplomatischen Erwägungen verzichtete Israel auf explizite Schuldzuweisungen.

Auf Eilat waren zuletzt am 22. April zwei Raketen abgefeuert worden. Verletzte hatte es nicht gegeben. Damals hatte es in der israelischen Presse bereits geheissen, die Raketen seien von der Sinai-Halbinsel aus abgeschossen worden. Dies war der erste Zwischenfall seit drei Jahren an der gewöhnlich ruhigen Grenze zwischen Israel und Jordanien.

Durchgehender Strand

Akaba und Eilat grenzen unmittelbar aneinander. Die Sandstrände sind nur durch einen schmalen Grenzstreifen voneinander getrennt. Hier gibt es auch einen der wenigen Grenzübergänge zwischen beiden Staaten. Die von Israel an Ägypten zurückgegebene Sinai-Halbinsel grenzt ebenfalls unmittelbar westlich an Eilat und die umliegenden Berge.

Ägypten und Jordanien sind die einzigen arabischen Nachbarn Israels, die einen Friedensvertrag mit dem jüdischen Staat geschlossen haben. Dennoch sind in den Bevölkerungen beider Staaten anti-israelische Vorbehalte weit verbreitet. (sda)

Fehler gefunden?Jetzt melden.