Aktualisiert 19.08.2009 12:59

SüdkoreaRaketentest in letzter Minute abgebrochen

Der Start der ersten südkoreanischen Trägerrakete ist kurz vor dem geplanten Zeitpunkt aus technischen Gründen abgebrochen worden.

von
Hyung-Jin Kim/AP

Die Rakete sollte erstmals einen Satelliten von südkoreanischem Boden aus ins All bringen, was sicher auch die Spannungen mit Nordkorea verschärft hätte. Der kommunistische Norden war nach einem Raketenstart im April von der internationalen Gemeinschaft heftig kritisiert worden und hatte angekündigt, die Reaktionen auf den südkoreanischen Start genau zu beobachten.

Seit 1992 hat Südkorea elf Satelliten ins All gebracht, alle an Bord von im Ausland hergestellten Raketen. Auch die Starts fanden im Ausland statt. Pjöngjang startete Anfang April eine Rakete mit dem erklärten Zweck, einen Satelliten in den Orbit zu schiessen. Im Ausland wurde dies zumeist aber als getarnter Test einer Langstreckenwaffe gewertet. Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Schritt Nordkoreas.

Der Start der mit russischer Hilfe gebauten südkoreanischen Rakete wurde am Mittwoch acht Minuten vor dem Zünden der Triebwerke abgebrochen. Grund war nach Angaben des Forschungsministeriums ein Problem mit einem Tank. Innerhalb der nächsten Tage solle es einen neuen Versuch geben, hiess es weiter.

Streben Kim Dae Jungs nach Wiedervereinigung gewürdigt

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il kondolierte unterdessen Südkorea zum Tod von Expräsident Kim Dae Jung. Dessen Wirken für die nationale Versöhnung und sein Streben nach einer Wiedervereinigung der beiden Koreas blieben der Nation lange in Erinnerung, erklärte Kim laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Mittwoch. Beide Länder befinden sich de facto noch im Krieg.

Kim Dae Jung starb am Dienstag im Alter von 85 Jahren in Seoul. Seine sogenannte Sonnenscheinpolitik führte zu einer beispiellosen Annäherung der beiden koreanischen Staaten, die ihren Höhepunkt in einem Gipfeltreffen mit Kim Jong Il 2000 in Pjöngjang fand. Im Jahr 2000 erhielt der Verstorbene für seinen Versöhnungskurs den Friedensnobelpreis.

Die seit Jahrzehnten gespannten Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten haben sich seit dem Amtsantritt des südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak weiter verschlechtert.

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