Aktualisiert 24.04.2020 11:33

Corona-PandemieRamadan-Beginn in Zeiten der Corona-Pandemie

Für rund 1,6 Milliarden Muslime hat ein ungewöhnlicher Fastenmonat begonnen. Wegen der Corona-Krise bleiben in vielen Ländern die Moscheen geschlossen.

von
jil
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Für rund 1,6 Milliarden Muslime hat ein ungewöhnlicher Fastenmonat begonnen. Aufgrund der Corona-Krise bleiben in vielen Ländern die Moscheen geschlossen.

Für rund 1,6 Milliarden Muslime hat ein ungewöhnlicher Fastenmonat begonnen. Aufgrund der Corona-Krise bleiben in vielen Ländern die Moscheen geschlossen.

AP/Heri Juanda
«Es schmerzt mich, dass wir diesen Monat unter Umständen beginnen, die uns vom gemeinsamen Gebet in den Moscheen abhalten», sagte Saudiarabiens König Salman in einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur SPA.

«Es schmerzt mich, dass wir diesen Monat unter Umständen beginnen, die uns vom gemeinsamen Gebet in den Moscheen abhalten», sagte Saudiarabiens König Salman in einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur SPA.

Keystone/Peter Klaunzer
Nach der Sichtung der Neumondsichel am Donnerstagabend hatten die meisten arabischen Staaten den Beginn des Ramadan auf Freitag festgelegt.

Nach der Sichtung der Neumondsichel am Donnerstagabend hatten die meisten arabischen Staaten den Beginn des Ramadan auf Freitag festgelegt.

iStock (Symbolbild)

«Es schmerzt mich, dass wir diesen Monat unter Umständen beginnen, die uns vom gemeinsamen Gebet in den Moscheen abhalten», sagte Saudiarabiens König Salman in einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur SPA. In dem Königreich sind mit Mekka und Medina die beiden heiligsten Stätten des Islam beheimatet.

Nach der Sichtung der Neumondsichel am Donnerstagabend hatten die meisten arabischen Staaten den Beginn des Ramadan auf Freitag festgelegt. Auch die Islamverbände in Deutschland und der Schweiz hatten den Freitag als ersten Fastentag ausgerufen.

Ausgangssperre verhindert gemeinsames Fastenbrechen

In diesem Jahr steht der Fastenmonat ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. In den meisten muslimisch geprägten Staaten des Nahen Ostens herrschen strikte nächtliche Ausgangssperren, die zunächst auch bis in den Ramadan hinein verlängert wurden, wie etwa in Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Tunesien und Marokko. Normalerweise kommen die Menschen abends zum gemeinsamen Fastenbrechen zusammen. Gläubige verbringen die Zeit zudem in Moscheen, um gemeinsam zu beten und den Koran zu lesen.

Im Ramadan verzichten gläubige Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Auch grosse Essenstafeln für Bedürftige sind in vielen Ländern wie etwa Ägypten verboten worden. Da das gemeinsame Fastenbrechen zurzeit verboten ist, empfiehlt die Vereinigung der Islamischen Organisationen, das Essen für Bedürftige zu spenden.

Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond. Der Beginn des Ramadan hängt vom Erscheinen der Neumondsichel ab und kann deswegen variieren. Das Fasten während des Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islam.

Vorschläge der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich

Auch in der Schweiz hat der Corona-Lockdown Einfluss auf den Ramadan. Die abendlichen Gebete im Ramadan (Tarawiḥ-Gebete), die normalerweise in den Moscheen verrichtet werden, sollen in dieser speziellen Zeit im Kreise der Familie praktiziert werden, rät die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (Vioz).

Schon jetzt kündigt der Zürcher Dachverband an, dass die Eid- oder Bayram-Gebete, die zu Ende des Ramadan gehalten werden, nicht durchgeführt werden können. Dies, weil sie zu einem grossen Menschenaufkommen führen. Stattdessen sollen die Imame am Tag des Feiertags die Mitglieder via Videocall kontaktieren.

(jil/sda)

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