Aktualisiert 05.03.2008 17:41

Rammbock-Räuber dank Kommissar Zufall geschnappt

Das Erfolgsrezept der sogenannten Rammbock-Räuber ist, dass sie schnell arbeiten und meist weg sind, wenn die Polizei anrückt. Nicht immer kommen sie aber ungeschoren davon. Heute wurde der zufällig erwischte Fahrer einer Bande in Zürich verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Es war am 19. Oktober 2007, als Kommissar Zufall einen späten Fahndungserfolg feierte. Ein heute 29-jähriger Autolenker geriet in eine Routinekontrolle der Verkehrspolizei. Da der Serbe keinen gültigen Führerausweis, dafür aber einen gefälschten Reisepass auf sich trug, überprüften die Beamten der Stadtpolizei Zürich seine Personalien. Volltreffer: Beim verdächtigen Lenker handelte es sich um einen zur Verhaftung ausgeschriebenen Profieinbrecher. Der schon seit Jahren gesuchte Rammbock-Räuber liess sich widerstandslos festnehmen und sitzt seither hinter Gittern.

Der Fahrer des «Rammbocks»

In der Untersuchung gab der von Mittätern belastete Angeschuldigte die ihm nachgewiesenen Einbrüche zu. So einen Coup vom 27. Dezember 2003. Damals tauchten die Rammbock-Räuber in Schlieren auf. In den frühen Morgenstunden fuhren sie mit einem gestohlenen Personenwagen absichtlich in die Eingangstüre eines Modegeschäfts hinein. Am Lenkrad sass der Angeklagte, der im Rückwärtsgang einen Sachschaden von über 40 000 Franken anrichtete. Am Prozess vom Mittwoch wollte der Gerichtspräsident vom Angeschuldigten wissen, ob er in seiner Heimat eine Art illegale Ausbildung zum «Rammbock-Fahrer» durchlaufen habe. Was der geständige Täter verneinte.

Die Beute konnte sich jedenfalls sehen lassen. So schleppten die Diebe unerkannt Damen –und Herrenkleider für über 60 000 Franken weg.

Auch ein Pelzgeschäft geplündert

Bereits im Oktober 2003 hatte die Bande in Kilchberg zugeschlagen. Mit einer Aktion, die wohl auch militanten Tierschützern zur Ehre gereicht hätte. So brachen die Täter ein Schaufenster eines Pelzgeschäftes ein und entwendeten zahlreiche Pelzkleider für über 126 000 Franken. Von der wertvollen Beute fehlt bis heute jede Spur.

Bedingte Freiheitsstrafe

Vor Gericht zeigte sich der serbische Angeklagte reumütig. Sein Verteidiger führte aus, dass sein Mandant vor fünf Jahren an die falschen Leute geraten sei, weshalb er eine bedingte Freiheitsstrafe von 21 Monaten forderte. Mit Erfolg, da die Richter umfassend diesem Antrag folgten. Die Schuldpunkte lauteten auf gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, Hausfriedensbruch, Entwendung zum Gebrauch sowie Fälschung von Ausweisen. Die zuständige Staatsanwältin hatte mit 24 Monaten, davon sechs unbedingt, eine nicht viel höhere Sanktion verlangt. Jedenfalls wird der Angeklagte bei Rechtskraft dieses Urteils aus der Haft entlassen und in seine Heimat abgeschoben. Er hat bereits 157 Tage der Strafe abgesessen.

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