Ramos-Horta wird neuer Regierungschef von Osttimor
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Ramos-Horta wird neuer Regierungschef von Osttimor

José Ramos-Hortak ist der neue Regierungschef von Osttimor. Der Friedensnobelpreisträger soll eine lange Phase von Gewalt und Unruhen beenden.

Staatschef Xanana Gusmão erklärte am Samstag in der osttimorischen Hauptstadt Dili, er habe sich mit der Regierungspartei Fretilin darauf geeinigt, Ramos-Horta zum Ministerpräsidenten zu machen.

Dessen Stellvertreter würden Landwirtschaftsminister Estanislau da Silva und Gesundheitsminister Rui Araujo. Die neue Regierungsspitze werde sich spätestens am Montag treffen; ein Termin für die Vereidigung werde noch bekanntgegeben.

Die Regierung werde sich darauf konzentrieren, die derzeitige Krise zu überwinden, «so dass die Menschen in ihre Häuser zurückkehren können und die Lage sich normalisiert», kündigte der Präsident an.

Ramos-Horta war bislang Aussenminister gewesen; er gab sein Amt im Juni ab, um den umstrittenen Ministerpräsidenten Mari Alkatiri zum Ausscheiden zu zwingen. Alkatiri wird für die Unruhen verantwortlich gemacht, bei denen in Osttimor im Mai mindestens 21 Menschen ums Leben kamen.

Auslöser war die von ihm angeordnete Entlassung von rund 600 der insgesamt 1400 Regierungssoldaten. Rund 2200 ausländische Soldaten wurden zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in das kleine südostasiatische Land entsandt.

Ramos-Horta war 1996 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden, nachdem er sich jahrelang um die Unabhängigkeit seiner Heimat von Indonesien bemüht hatte.

(sda)

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