Aktualisiert 18.12.2008 20:03

GriechenlandRandale und Tränengas vertreiben Touristen

Athen kommt nicht zur Ruhe: Nach einer zunächst friedlichen Demonstration von mehreren tausend Studenten und Schülern kam es erneut zu Zusammenstössen im Zentrum der griechischen Hauptstadt.

Am 13. Tag der Proteste bewarfen Jugendliche vor dem Parlament und der Universität wiederum Polizisten mit Brandsätzen, Steinen und Farbbeuteln.

Einige der mehreren tausend Demonstranten setzten Abfallkübel und Autos in Brand. Sie versuchten auch, einen Weihnachtsbaum zu entzünden. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben.

Am Flughafen der Hauptstadt blieben für drei Stunden nahezu alle Maschinen am Boden, da Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in einen Streik traten. Der öffentliche Nahverkehr stand zeitweise still. Zudem legten Ärzte und Lehrer aus Protest gegen die Bildungs- und Sozialpolitik der konservativen Regierung ihre Arbeit nieder.

Kein Ende «nur wegen Weihnachten»

«Wir hören nicht auf, nur weil Weihnachten ist. Wir werden weiter machen und unseren Kampf im nächsten Jahr intensivieren», sagte Stathis Anestis, Sprecher der Privatsektor-Gewerkschaft Gsee, die an den Kundgebungen teilnahm. Auch in den Städten Thessaloniki und Lamia und auf der Ferieninsel Kreta fanden Protestaktionen statt.

Auslöser der schwersten Unruhen seit Jahrzehnten in Griechenland war der Tod eines 15-Jährigen, der durch Schüsse aus einer Polizeipistole ums Leben kam. Der betroffene Beamte hat ausgesagt, Warnschüsse in die Luft abgegeben zu haben. Zeugen werfen ihm dagegen vor, gezielt gefeuert zu haben. Der Beamte ist des Mordes angeklagt.

Der Anwalt der Hinterbliebenen des 15-Jährigen nannte ein Gutachten zu den Vorfällen vom 6. Dezember «nicht sehr klar». Zur Frage eines Querschlägers gebe es darin nur «eine kleine Bemerkung».

Hotels bleiben leer

Die andauernden Unruhen haben unterdessen zu einem dramatischen Rückgang des Tourismus nach Griechenland geführt. Vor allem in Athen waren Mitte Dezember die Hotels fast leer.

Aus diesem Grund kündigte Ministerpräsident Kostas Karamanlis Massnahmen zur Unterstützung dieses für Griechenland wichtigen Wirtschaftsbereiches an. Unter anderem sollen Hotels mit günstigen Krediten und mit Steuererleichterungen unterstützt werden.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.