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Randalierer zwingt Airbus auf dem Weg nach Genf zur Notlandung

Ein offenbar betrunkener Fluggast hat einen Airbus A320 der Aeroflot auf der Strecke Moskau-Genf mit einer Entführungsdrohung zu einer Notlandung in Prag gezwungen.

Nach Angaben der tschechischen Polizei war es Beamten der tschechischen Ausländerpolizei zusammen mit Passagieren gelungen, den mutmasslichen Täter zu beruhigen.

Unklar war zunächst, ob es sich tatsächlich um eine Entführung gehandelt hatte, oder ob eine Schlägerei an Bord der Aeroflot- Flugzeuges vom Typ Airbus A-320 eskaliert war.

Eine Aeroflotsprecherin teilte mit, der Passagier, der versucht habe, das Flugzeug in seine Gewalt zu bringen, sei betrunken gewesen oder habe unter Drogeneinfluss gestanden. Der Mann habe gedroht, das Flugzeug zu beschädigen und einen Kurswechsel in Richtung Kairo verlangt.

Nach Angaben des stellvertretenden Aeroflot-Chefs Lew Koschljakow hatte der Täter erklärt, er habe eine Bombe dabei. Nachdem der Pilot per Funk über einen Notfall an Bord berichtet und dabei eine Entführung angedeutet hatte, landete das Flugzeug um 10.42 Uhr in Prag, teilte der zuständige Polizeipräsident Vladislav Husak mit.

Die örtliche Polizei habe den Täter in Gewahrsam genommen. Nach vorläufigen Erkenntnissen handle es sich um einen «Fall von Rowdytum». Bei dem Täter habe es sich um einen russischen Staatsangehörigen gehandelt, der sich «unangemessen» verhalten habe, sagte Aeroflot-Chef Koschljakow. Er blieb nach dem Weiterflug der Maschine in Prag zurück. Ein terroristischer Hintergrund wurde nach Angaben der tschechischen Sicherheitsbehörden nicht vermutet.

Nach Angaben eines Sprechers des Genfer Flughafens waren 168 Passagiere an Bord des Airbus. Die Mehrheit der Passagiere seien russische Touristen, die ihrer Ferien in den Schweizer Alpen verbringen wollten, sagte der Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Über Schweizer Passagiere lagen vorerst keine Angaben vor. Das Flugzeug ist am Donnerstagabend schliesslich an seinem Ziel Genf angelangt. (sda)

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