Randständige schützten Tabakladen
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Randständige schützten Tabakladen

Freundlichkeit zahlt sich aus: Weil der Inhaber sie immer nett
bedient, haben Randständige einen
Tabakladen in Bern während den Demokrawallen vor Vandalen beschützt.

Rund um den Bahnhofplatz in Bern ging am 6. Oktober viel Glas zu Bruch. Die Fenster von Cigarren Flury blieben allerdings heil. Bis zu einem Dutzend Randständige, die sich sonst bei der Heiliggeistkirche aufhalten, postierten sich nämlich bis am späten Abend in der Nähe des Tabakgeschäfts. Als sich Vandalen dem Laden näherten, kamen sie mit ihren Hunden angerannt.

Damit revanchierten sich die Stadtstreicher beim Eigentümer dafür, dass er sie immer freundlich und mit Respekt behandelt. «Sie kommen seit Jahren fast täglich zu mir, um Tabak und Zigarettenpapierchen zu kaufen», sagt der Inhaber. «Ich bediene sie so, wie sie zu mir sind: nett und zuvorkommend.» Laut der «Neuen Zürcher Zeitung» spendierte der Besitzer des traditionsreichen Familienunternehmens, das eben sein 140-jähriges Bestehen feierte, seinen «Sicherheitsleuten» als Dankeschön etwas zu trinken und kubanische Zigarren.

Profitiert haben auch die beiden Geschäfte neben Cigarren Flury: Sie wurden ebenfalls von Schäden verschont.

Lorenz Hanselmann

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