Super League: Rangelov rettet Luzern einen Last-Minute-Punkt
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Super LeagueRangelov rettet Luzern einen Last-Minute-Punkt

Der FC Luzern gleicht im Verfolgerduell gegen den FC Basel in letzter Minute aus. Das Spiel endet 1:1. Aarau gewinnt auswärts gegen Lausanne-Sports 2:1 dank zwei Eigentoren.

von
ete

Dimitar Rangelov gelang in der 93. Minute der Ausgleich für den FCL, nachdem Giovanni Sio in der 32. Minute das 1:0 für die Gäste erzielt hatte.

Am Schluss feierten die gut 15'000 Zuschauer den Luzerner Punktgewinn wie eine Meisterschaft. Zumindest aber wahrte das Heimteam dank dem Remis Platz 2 in der Tabelle sowie seine Ungeschlagenheit in dieser Saison im heimischen Stadion. Nach einem Corner von Jahmir Hyka scheiterte zuerst Liga-Topskorer Oliver Bozanic am überragenden Yann Sommer im Basler Tor, ehe Rangelov zum 1:1 abstaubte. Das Remis war der verdiente Lohn für das Team von Carlos Bernegger, das in den letzten zehn fünf Minuten der Partie noch einmal alles nach vorne warf.

Die Gerechtigkeit im Fussball

«Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen: Sie hat viel Charakter gezeigt, obwohl es nicht einfach ist, gegen so ein starkes Team zu Torchancen zu kommen», sagt Bernegger nach dem Spiel. Einen früheren Luzerner Treffer hatte Sommer mit zwei sensationellen Paraden bei den Kopfbällen von Dario Lezcano (53.) und Tomislav Puljic (90.) noch verhindert.

«Wenn es eine Gerechtigkeit im Fussball gibt, dann war das Remis mehr als verdient für den Aufwand, den wir betrieben haben», so der Luzern-Trainer weiter. Das Remis schmeckte wie ein Sieg für den ehemaligen FCB-U21-Trainer, zumal erstmals seit langem seine Familie auf der Tribüne mitfieberte. Das Remis schmeckte wohl auch Alex Frei wie ein Sieg, nachdem FCB-Trainer Murat Yakin und der ehemalige Stürmer keinen gemeinsamen Nenner finden konnten und Frei vorzeitig als Sportchef zum FCL wechselte.

Das Remis schmeckte aber auch für Rangelov wie ein Sieg. Nach einer letzten schwierigen Saison, als Flop und Fehleinkauf abgeschrieben, war der zweite Saisontreffer enorm wichtig. «So wie er trainiert und sich engagiert, habe ich gespürt, dass er uns auf dem Flügel noch helfen kann und habe ihn nicht ausgewechselt», so Bernegger. Der Ausgleich gegen den FCB war die «Belohnung» für den Offensivspieler und wohl auch für den Trainer.

FCL-Trainer Bernegger zum Last-Minute-Remis. (Video: 20 Minuten)

FCL-Captain Michel Renggli und Yassine Mikari zum Unentschieden gegen Basel. (Video: 20 Minuten)

Basel glänzt durch Effizienz

Die Basler taten sich zwischen den beiden Partien in den Champions-League-Playoffs gegen Ludogorez Rasgrad über weite Strecken schwer und überzeugten in erster Linie durch ihre Effizienz in der Offensive. Mit ihrem ersten Angriff nach einer halben Stunde waren die Gäste sogleich in Führung gegangen. Nach einem Prellball zwischen Puljic und David Degen gelangte der Ball zu Sio, der Stahel ins Leere laufen und mit einem herrlichen Lupfer David Zibung keine Chance liess. Der französisch-ivorische Stürmer, der vor gut einer Woche aus Wolfsburg nach Basel gekommen war, deutete dabei erneut sein Potenzial an. Bereits bei seinem Debüt beim 4:2-Sieg unter der Woche gegen Ludogorez Rasgrad hatte Sio getroffen.

Wie in Sofia ersetzte Sio auch in Luzern den verletzten Marco Streller als einzige Sturmspitze. Zudem verzichtete Trainer Murat Yakin an seiner alten Wirkungsstätte auf den angeschlagenen Valentin Stocker. Erstmals wieder in der Startaufstellung der Bebbi stand der Argentinier Matias Delgado, der allerdings kaum Einfluss auf das Spiel der Basler nehmen konnte und nur durch schwach getretene Bälle bei Standardsituationen auffiel. Ebenfalls eine Chance, sich über längere Zeit zu präsentieren, erhielt David Degen, der in dieser Saison bei Yakin noch keine Rolle gespielt hatte. Der rechte Mittelfeldspieler hatte bei der Vorarbeit zum 1:0 seine beste Szene, konnte sich aber ebenfalls nicht für höhere Aufgaben empfehlen.

Lausanne kommt nicht vom Fleck

Der FC Aarau hat den ersten Auswärtssieg der Saison gefeiert. Der Aufsteiger setzte sich beim Tabellenletzten Lausanne-Sport dank zwei Eigentoren 2:1 durch und rückte damit in der Tabelle ins Mittelfeld vor.

Im Duell der beiden meistgenannten Abstiegskandidaten waren die Gäste aus dem Aargau vor nur 3350 Zuschauern auf der Pontaise lange Zeit das klar bessere Team. Bereits in der ersten Halbzeit verzeichneten die Aarauer ein klares Chancenplus und lagen in der Pause nach einem Eigentor von Jérôme Sonnerat (13.) verdient 1:0 in Führung. Der Lausanner lenkte nach einem Corner von Alexander Gonzalez den Ball über die Linie, nachdem Torhüter Kevin Fickentscher die Flanke unterlaufen hatte. Auch das 2:0 erzielte das Heimteam selbst, als Sébastien Meoli nach einer Stunde einen Querpass von Bruno Martignoni an Fickentscher vorbei lenkte.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Lausanner etwas besser ins Spiel gefunden und schafften es vereinzelt, in der Offensive Akzente setzen. Gegen die bisher schwächste Abwehr der Liga konnten die Waadtländer ihre offensive Harmlosigkeit allerdings nicht kaschieren. Nachdem kurz vor der Pause Captain Gabri nur die Latte getroffen hatte, scheiterten in der zweiten Halbzeit Yannis Tafer (66.) und der eingewechselte Romain Dessarzin (80.) an Aaraus Torhüter Joël Mall. Dieser erhielt wieder das Vertrauen von René Weiler, nachdem zuletzt Routinier Swen König das Tor gehütet hatte, dabei aber nicht zu überzeugen vermochte.

Nur 1 Punkt nach 6 Spielen

Aarau kassierte erstmals in dieser Saison weniger als zwei Gegentreffer. Und dass Mall überhaupt einmal hinter sich greifen musste, hatte er sich selber zuzuschreiben. In der Nachspielzeit brachte er den durchgebrochenen Dessarzin zu Fall und ermöglichte Lausanne, das nach dem Platzverweis gegen Abdelouahed Chakhsi ab der 87. Minute in Unterzahl agierte, damit den Anschlusstreffer. Das Tor kam allerdings zu spät, pfiff Schiedsrichter Jaccottet doch nach dem verwandelten Foulpenalty von Tafer die Partie gleich ab.

Nach sechs Spielen hat das Team von Laurent Roussey weiterhin nur einen Punkt auf dem Konto - und zwei geschossene Tore. Am Lac Leman besteht dringend Handlungsbedarf, wollen die Lausanner nicht frühzeitig den Anschluss an das Mittelfeld der Liga verlieren. Bereits in der nächsten Woche soll ein neuer Stürmer vorgestellt werden.

Luzern - Basel 1:1 (0:1)

Swissporarena. - 15'211 Zuschauer. - SR Hänni.

Tore: 32. Sio (David Degen) 0:1. 93. Rangelov (Bozanic) 1:1.

Luzern: Zibung; Sarr, Stahel, Puljic, Mikari; Renggli (72. Kahraba); Winter (87. Wiss), Thiesson, Bozanic, Rangelov; Lezcano (72. Hyka).

Basel: Sommer; Philipp Degen (76. Voser), Schär, Ivanov, Safari; Xhaka, Frei; David Degen, Delgado (58. Elneny), Salah (82. Diaz); Sio.

Bemerkung: Basel ohne Serey Die und Streller (beide verletzt). Verwarnungen: 17. Safari (Reklamieren). 23. Xhaka (Foul). 42. Lezcano (Foul). 51. Sarr (Foul). 85. Ivanov (Spielverzögerung).

Lausanne-Sport - Aarau 1:2 (0:1)

Pontaise. - 3350 Zuschauer. - SR Jaccottet.

Tore: 14. Sonnerat (Eigentor) 0:1. 57. Meoli (Eigentor) 0:2. 94. Tafer (Foulpenalty) 1:2.

Lausanne-Sport: Fickentscher; Chakhsi, Katz, Sonnerat, Meoli; Mevlja, Gabri; Avanzini (59. Dessarzin), Tafer, Khelifi; Kadusi (64. Pimenta).

Aarau: Mall; Nganga, Garat, Jaggy, Martignoni; Burki, Ionita; Staubli (78. Schultz), Gonzalez (56. Foschini), Callà; Hallenius (68. Lüscher).

Bemerkungen: 44. Lattenschuss Gabri. 87. Gelb-Rote Karte gegen Chakshi (Unsportlichkeit). Lausanne-Sport ohne Coly, Lavanchy und Zambrella (alle verletzt). Verwarnungen: 77. Martignoni (Foul). 79. Nganga (Spielverzögerung). 84. Chakhsi (Foul). 86. Katz (Unsportlichkeit). 94. Mall (Foul).

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(ete/si)

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