Affäre Rappaz: Rappaz wird notfalls zwangsernährt
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Affäre RappazRappaz wird notfalls zwangsernährt

Wenn nötig soll der Walliser Hanfbauer Bernard Rappaz zwangsernährt werden. Das Genfer Unispital erhielt diese Weisung von Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten.

Die Walliser Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten hat das Genfer Unispital aufgefordert, alles für die Gesundheit des hungerstreikenden Walliser Hanfbauern Bernard Rappaz zu tun. Einen Strafunterbruch gebe es nicht.

An einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz erinnerte Waeber-Kalbermatten an das entsprechende Bundesgerichtsurteil vom 26. August. Das höchste Gericht hatte erklärt, dass eine Zwangsernährung angeordnet werden muss, wenn diese das einzige Mittel ist, um bleibende Schäden oder den Tod eines hungerstreikenden Gefangenen zu verhindern.

Vergangenen Donnerstag hatte Rappaz' Anwalt, Aba Neeman, einen Antrag für einen Haftunterbruch beim Walliser Sicherheitsdepartement eingereicht. «Die Bedingungen dafür sind nicht erfüllt», sagte die Walliser Staatsrätin am Mittwoch.

Rappaz geht es schlecht

Laut Neeman geht es dem Hanfbauer gesundheitlich schlecht. Rappaz befindet sich seit 69 Tagen im Hungerstreik. Zurzeit ist er im Genfer Universitätsspital (HUG). Aufgrund der ärztlichen Befunde befürchtet der Anwalt, Rappaz könnte einen Herzinfarkt erleiden.

Hängig ist noch ein Begnadigungsgesuch, über welches das Walliser Kantonsparlament am 18. November entscheiden muss.

Bernard Rappaz hatte am 22.März seine Haftstrafe angetreten. Er muss eine Strafe von fünf Jahren und acht Monaten wegen schweren Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz und weiteren Delikten absitzen.

Sogleich bei seinem Haftantritt begann der Walliser Hanfbauer mit seinem Hungerstreik. Diesen unterbrach er zwei Mal - beim ersten Mal für rund zehn Tage, beim zweiten Mal für fünf Wochen.

(sda)

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