Spreitenbach AG: Mann (27) stürzt aus 11. Stock in Liftschacht und stirbt
Publiziert

Spreitenbach AGMann (27) stürzt aus 11. Stock in Liftschacht und stirbt

Tragischer Vorfall in Spreitenbach: Ein 27-jähriger Mann ist in einem Liftschacht tödlich verunglückt. Die Angehörigen geben der zuständigen Firma die Schuld.

von
Thomas Mathis
Daniel Krähenbühl
Monira Djurdjevic
1 / 9
Wie Anwohner berichten, ist ein 27-jähriger Mann am Montagabend im Kanton Aargau tödlich verunglückt.

Wie Anwohner berichten, ist ein 27-jähriger Mann am Montagabend im Kanton Aargau tödlich verunglückt.

Laut Angehörigen und Anwohnern ist er im Liftschacht aus dem elften Stock gestürzt und gestorben.

Laut Angehörigen und Anwohnern ist er im Liftschacht aus dem elften Stock gestürzt und gestorben.

Beim Opfer handelt es sich um den 27-jährigen N. N.

Beim Opfer handelt es sich um den 27-jährigen N. N.

Facebook

Darum gehts

  • Am Montag ist im Kanton Aargau ein 27-jähriger Mann in einem Liftschacht tödlich verunglückt.
  • Laut der Kantonspolizei Aargau sind die Todesursache und die Umstände noch völlig unklar.
  • Die Angehörigen gehen von einem schrecklichen Unfall aus und geben der zuständigen Firma die Schuld.

«Der Vorfall ist sehr tragisch», sagt ein 59-jähriger Anwohner von Spreitenbach AG. Am Montag sei ein 27-jähriger Mann in einem Liftschacht tödlich verunglückt. «Der junge Mann kam aus seiner WG im elften Stock und hat offenbar nicht bemerkt, dass der Lift wieder einmal kaputt war. Als er die Tür des Lifts öffnete und hineintrat, stürzte er in den Tod.» Wie der Nachbar sagt, habe Licht im Liftschacht gebrannt, da am gleichen Tag Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. «Es könnte sein, dass der Mann darum dachte, dass die Kabine auf seinem Stock gehalten hatte», so der Nachbar.

Der Lift sei bereits am Sonntagabend kaputt gewesen, woraufhin er die Liftfirma angerufen habe. «Am Montagmorgen war der Lift repariert, am Abend jedoch bereits wieder kaputt.» Bei einem erneuten Telefonanruf habe ihm ein Techniker gesagt, dass etwas mit der Aufzugbremse nicht funktioniere. Inwiefern das mit dem Unfall zusammenhänge, wisse er selbst aber nicht.

Ein Leser filmte den Polizeieinsatz am Dienstag.

Video: Leser-Reporter

«Er war ein guter Kerl»

Beim Opfer handelt es sich um den 27-jährigen N. N.* Die Angehörigen sind schockiert und traurig über die Nachricht. Sie haben sich in der Wohnung des Opfers versammelt. «Er war ein guter Kerl», sagt sein Halbbruder Patrick F.* zu 20 Minuten. Am Montag habe er sich noch mit ihm verabredet. Aber er sei einfach nicht gekommen. Als am Dienstag die Rettungskräfte eintrafen, habe er geahnt, dass etwas passiert sein musste.

«Ich musste ihn am Dienstag bei der Polizei identifizieren.» Wie der Vorfall genau passiert ist, weiss er nicht. Die Familie geht von einem Unfall aus. «Der Lift ist seit dem Wochenende defekt und wurde am Montag ausser Betrieb genommen. Obwohl der Lift nicht funktionierte, öffnete sich die Tür und N. stürzte in die Tiefe. Das hätte jedem Bewohner passieren können.»

Sie kritisieren die Liftfirma. «Die Türen hätten blockiert werden müssen.» Wie Patrick F. sagt, hätten sie beide noch viel vorgehabt. «Er war Rapper und nächstes Jahr wäre unser gemeinsames Album herausgekommen.»

Das sagt ein Experte dazu:

«Es kann sein, dass der Aufzug nicht korrekt repariert und nur provisorisch in Betrieb genommen wurde», sagt der Mitarbeiter eines Schweizer Liftunternehmens zu 20 Minuten. Man könne den Sicherheitskreis der Schachttüren dabei «brücken». Das heisst: Der Aufzug fährt, ohne dass die Türen verriegelt sein müssen.

Die Sicherheit solle immer im Vordergrund stehen: «Die Reparatur muss sorgfältig und seriös durchgeführt werden.» Für ihn bedeutet das: «Bevor man die Anlage wieder in Betrieb stellt, sollten die reparierten Bauteile nochmals überprüft werden.» Kann die Störung nicht am selben Tag repariert werden, sei es wichtig, dass alle Schachttüren mit einem Firmenkleber, der die Ausfallzeit der Anlage angibt, versehen werden. «Den Kleber sollte man am besten immer beim Liftknopf platzieren.» Zudem meint er: «Bevor man die Anlage verlässt, muss wirklich ganz genau kontrolliert werden, ob alle Schachttüren geschlossen sind.»

«Situation ist rätselhaft»

Bei der Kantonspolizei Aargau bestätigt man den Todesfall. Die Todesursache und die Umstände seien noch völlig unklar, sagt Sprecher Bernhard Graser. «Die Situation ist rätselhaft, ein Unfall ist nicht auszuschliessen.» Die Ermittlungen laufen. Es wurde eine Obduktion angeordnet.

Bei der Firma, die mit der Wartung der Liftanlage beauftragt ist, heisst es auf Anfrage, dass man am Dienstagmorgen vom Unglücksfall Kenntnis erhalten habe. «Im Moment können wir leider nur unser tiefstes und aufrichtiges Mitgefühl den Angehörigen der tödlich verletzten Person ausdrücken.» Die polizeilichen Ermittlungen seien am Laufen.

Bei der zuständigen Verwaltung wollte man sich am Dienstag nicht zum Vorfall äussern.

*Name der Redaktion bekannt

Deine Meinung