Aktualisiert 25.09.2005 19:22

Rapperin Lil' Kim: Das Album aus dem Knast

Rapperin Lil' Kim wanderte vor wenigen Tagen für ein Jahr ins Gefängnis. Ihr neues Album «The Naked Truth» ist zwar ihre ehrlichste Scheibe, aber kein Meilenstein.

Gerade im Vorfeld einer Albumveröffentlichung wäre Medienrummel ja äusserst wünschenswert. Im Fall von Kimberly Jones alias Lil' Kim sorgte der Gerichtsprozess um eine Schiesserei vor vier Jahren zwar dafür, dass die Ex-Freundin des ermordeten Kultrappers Notorious B.I.G. nach Jahren der Bedeutungslosigkeit plötzlich wieder im Gespräch war – aber eben auch dafür, dass die 30-jährige New Yorkerin als erste Rapperin überhaupt hinter Gitter wanderte. Seit letzter Woche verbüsst sie in einer New Yorker Strafanstalt eine Haftstrafe von insgesamt 366 Tagen: weil die als Zeugin vorgeladene, unzimperliche Rapperin zwei Leute aus ihrem Umfeld schützen wollte und deshalb gerichtliche Falschaussagen machte.

Auf ihrem vierten Album versucht sie den vielen Gerüchten und Anschuldigungen mit unverblümter Offenheit zu begegnen. Ohne ihr durch chirurgische Eingriffe verstärktes Image der «Queen Bitch» abzulegen, distanziert sie sich mit scharfer Zunge von ihrem ehemaligen Umfeld, schwört ihrem verstorbenen Lebensgefährten ewige Treue und verleiht Brooklyn musikalisch variantenreich eine weibliche Stimme. Doch wirklich packend ist «The Naked Truth» nur in wenigen Momenten.

Adrian Schräder

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