Rasender Amok-Kiffer: Zwei Dutzend Verletzte
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Rasender Amok-Kiffer: Zwei Dutzend Verletzte

Ein bekiffter Tessiner hat mit einer zweistündigen Amokfahrt auf der «Autostrada del Sole» über 20 Personen verletzt, 15 Autos teilweise massiv beschädigt und versehentlich ein zweijähriges Kind entführt.

Begonnen hatte die Amokfahrt am Samstag in der Nähe von Parma: Am Steuer eines gestohlenen Fahrzeuges verursachte der 24-Jährige einen Auffahrunfall. Anstatt erste Hilfe zu leisten, beging er Fahrerflucht. Zu Fuss erreichte er die einen Kilometer entfernte Raststätte «San Martino», berichtet die Nachrichtenagentur ansa.

Dort entriss er einem Mann die Schlüssel zu dessen BMW, mit dem er Richtung Bologna raste. Mit zwei Fahrzeugen sowie einem Helikopter nahm die Polizei die Verfolgung auf.

Bei der Zahlstelle in Modena verursachte der Amokfahrer einen Unfall; mehrere Autos wurden beschädigt, darunter auch ein Lancia. Während die Lenkerin des Lancia aus ihrem Fahrzeug stieg, um den Schaden zu begutachten, setzte sich der Tessiner hinter das Steuer und machte sich aus dem Staub. An Bord des Autos befand sich ein zwei Jahre altes Kind.

Cannabis geraucht

Als er wenige Kilometer später in einen Stau geriet, verliess der 24-Jährige das Fahrzeug mit dem unversehrten Kind an Bord wieder. Von einem Fahrzeughalter, dessen FIAT er entwenden wollte, bekam er einen Faustschlag ins Gesicht. Daraufhin bedrohte er eine Frau, in deren Wagen er seine Flucht fortsetzte.

Nachdem er zwei weitere Unfälle verursacht hatte, touchierte er in der Nähe von Bologna die Leitplanken. Als sein Auto zu stehen kam, wurde er von der Polizei verhaftet. Der Drogentest ergab, dass der Mann Cannabis geraucht hatte. Ob dies der einzige Grund für die Amokfahrt war, wird die Untersuchung zeigen.

Über zwanzig Verletzte

Wegen Kidnapping wird sich der 24-Jährige wohl nicht vor Gericht verantworten müssen, da er das zweijährige Kind nicht absichtlich entführt hat, berichteten italienische und Tessiner Medien am Montag übereinstimmend.

Um eine Anklage wegen Drogenmissbrauchs, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Autodiebstahl sowie wegen diversen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz wird der in Ligornetto wohnhafte Tessiner wohl aber nicht herumkommen.

Bei der Amokfahrt wurden rund zwei Dutzend Personen verletzt, allerdings niemand schwer. 15 Autos wiesen nach den Unfällen teils gravierende Schäden auf.

(sda)

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