BMW geschrottet: Rasender Autodieb muss hinter Gitter

Aktualisiert

BMW geschrottetRasender Autodieb muss hinter Gitter

Er klaut einen teuren BMW und rast damit in ein Schaufenster. Das Zürcher Obergericht hat einen 25-Jährigen deshalb auch in zweiter Instanz verurteilt. Er muss ein halbes Jahr ins Gefängnis.

von
Attila Szenogrady

Ein Serbe aus Wallisellen hat ein Luxusfahrzeug der Marke BMW auf dreiste Art gestohlen und kurz danach zu Schrott gefahren. Nun erhielt der Mann vom Zürcher Obergerich eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Sechs Monate soll er absitzen.

Der spektakuläre und freche Coup sorgte landesweit für Schlagzeilen. Der heute 25-jährige Fassadenverputzer aus Wallisellen drang in der Nacht auf den 3. Oktober 2008 in die Ausstellungshalle der Garage Titan AG an der Badenerstrasse in Zürich ein.

Der Beschuldigte war nicht nur massiv angetrunken, sondern feierte auch seinen Geburtstag. Dabei machte er sich gleich selber das schönste Geschenk: In Form eines BMW 650i Coupé.

Der Rekordraser

Mit Luxusauto durch die Schaufensterscheibe

Der Täter schnappte sich den Schlüssel des Ausstellungsfahrzeugs und donnerte damit frontal durch die Schaufensterscheibe auf die Strasse hinaus. Dort drückte er trotz entzogenem Führerausweis auf das Gaspedal und raste mit rund 100 km/h über die Badenerstrasse in Richtung Bullingerplatz. Wo er die Beherrschung über den Wagen verlor und prompt in einen Baum prallte.

Der Totalschaden betrug über 115 000 Franken. Der Angeschuldigte hatte zunächst Glück und konnte sich unverletzt sowie unerkannt vom Tatort zu Fuss absetzen. Er wurde drei Wochen später ausfindig gemacht und von der Polizei festgenommen.

Ein passionierter Einbrecher

Der teilgeständige Walliseller wurde bereits im letzten August vom Bezirksgericht Zürich zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Sechs Monate davon unbedingt. Er legte Berufung ein und hoffte am Freitag vor dem Zürcher Obergericht auf eine Strafsenkung.

Allerdings musste er sich nicht nur für den dreisten Autoklau, sondern auch für diverse Einbrüche in parkierte Lieferwagen verantworten. So hatte der Familienvater zusammen mit Komplizen zahlreiche Benzinkarten entwendet.

Das Obergericht sah keinen Anlass, von der erstinstanzlichen Strafe abzuweichen. Es ging von einem erheblichen Verschulden des Zürcher Unterländers aus und bestätigte die teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Davon soll der Serbe sechs Monate im Gefängnis verbüssen. Zudem muss er für den gesamten Schaden der Titan AG für über 125 000 Franken aufkommen.

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