Strafgericht BL - Raser (29) wollte Beifahrerin mit Driftmanövern imponieren
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Strafgericht BLRaser (29) wollte Beifahrerin mit Driftmanövern imponieren

ESP aus und aufs Gas: Nach einem misslungenen Driftmanöver hinterliess ein Raser mit seinem Mercedes 2018 in Liestal eine Spur der Verwüstung. Jetzt muss sich der 29-Jährige vor Gericht verantworten.

von
Lukas Hausendorf
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Das Ende einer Raserfahrt: Am 3. September krachte dieser Mercedes in Liestal gegen mehrere Lichtpfosten, Strassenschilder und eine Hydranten.

Das Ende einer Raserfahrt: Am 3. September krachte dieser Mercedes in Liestal gegen mehrere Lichtpfosten, Strassenschilder und eine Hydranten.

Polizei BL
Nun kommt heraus: Der Lenker war innerorts mit über 100 km/h unterwegs und liess sich zu Driftmanövern hinreissen, wozu er extra das ESP des Fahrzeugs deaktivierte. Die Beifahrerin erlitt beim Unfall ein Schleudertrauma.

Nun kommt heraus: Der Lenker war innerorts mit über 100 km/h unterwegs und liess sich zu Driftmanövern hinreissen, wozu er extra das ESP des Fahrzeugs deaktivierte. Die Beifahrerin erlitt beim Unfall ein Schleudertrauma.

Polizei BL
Der 29-Jährige, der im Autohandel tätig ist, muss sich nun wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln und Gefährdung des Lebens vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten.

Der 29-Jährige, der im Autohandel tätig ist, muss sich nun wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln und Gefährdung des Lebens vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten.

Kanton BL/Tom Bisig

Darum gehts

  • Am 3. September 2018 verlor der Lenker eines Mercedes in Liestal die Herrschaft über sein Fahrzeug und verunfallte spektakulär.

  • Jetzt kommt heraus: Der 29-Jährige war mit massiv übersetzter Geschwindigkeit unterwegs und geriet bei absichtlichen Driftmanövern ins Schleudern.

  • Er muss sich nun vor dem Baselbieter Strafgericht wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln und Gefährdung des Lebens verantworten.

In der Polizeimeldung hiess es, der 26-jährige Personenwagenlenker habe am Abend des 3. September 2018 nach der Ausfahrt aus dem Schauenburgerkreisel «aus noch unklaren Gründen» die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren und sei dann auf der Rheinstrasse mit mehreren Strassenlaternen und einem Hydranten kollidiert. Dabei seien er und ein Beifahrer verletzt worden.

Die unklaren Gründe sind inzwischen geklärt und Gegenstand einer Anklageschrift der Baselbieter Staatsanwaltschaft, die den inzwischen 29-jährigen Unfallenker der qualifizierten groben Verletzung von Verkehrsregeln und Gefährdung des Lebens beschuldigt. Der Kosovare muss sich am Montag deswegen vor dem Baselbieter Strafgericht verantworten.

Demnach beschleunigte er seinen Mercedes stark, nachdem er zuvor das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) des Fahrzeugs ausgeschaltet hatte, damit er driften konnte. «Zweck der Fahrt mit übersetzter Geschwindigkeit und absichtichen Driftbewegungen war es, der Beifahrerin die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs zu demonstrieren»,hält die Staatsanwaltschaft in der Anklage fest.

Als er während der Schleuderfahrt mit dem Heck gegen einen Beleuchtungspfosten krachte, hatte er mindestens 108 km/h auf dem Tacho. Als nächstes rammte er frontal ein Bushaltestellenschild, das durch den Aufprall aus der Verankerung gerissen und 38 Meter weit weg geschleudert wurde, räumte einen Hydranten aus dem Weg und prallte an eine weitere Strassenlaterne, ehe der Mercedes stehen bliebt. Das Fahrzeug erlitt Totalschaden.

Raser und Autohändler

Warum sich der Beschuldigte, der im Autohandel tätig ist, zu diesem Manöver hinreissen liess, ist unklar. Der Unfallwagen war mit einer U-Nummer, also einem Händlerschild versehen. Wenn er damit eine potentielle Kundin beeindrucken wollte, ging das Geschäft in die Hose. Mit seiner «waghalsigen und rücksichtslosen Fahrweise» habe er das Leben der Beifahrerin «vorsätzlich und in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr gebracht», so die Anklage. Dass sie dabei «nur» ein Schleudertrauma erlitt, sei einzig dem Zufall zu verdanken.

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