LUZERN: Raser: Politiker wollen durchgreifen
Aktualisiert

LUZERNRaser: Politiker wollen durchgreifen

Der Luzerner Kantonspolizei ist am Wochenende schon wieder ein junger Raser ins Netz gegangen. Jetzt verlangen Politiker deutlich strengere Strafen für unbelehrbare «Bleifüsse».

von
Katja Schlegel

Der junge Luzerner Alfa-Romeo-Fahrer wurde am frühen Samstagmorgen in Ebikon innerorts auf der Luzernerstrasse mit 102 Stundenkilometern geblitzt. Während die Polizei den Raser noch ausfindig macht, zeigen sich Luzerner Politiker alarmiert. Denn: Fälle wie jener von Ebikon häufen sich zurzeit. «Jetzt muss gehandelt werden», sind sich die Luzerner Nationalräte Ida Glanzmann (CVP) und Felix Müri (SVP) einig. «Wer rast, nimmt bewusst den Tod von Unschuldigen in Kauf», sagt Müri.

Beide Politiker wollen nun eine Änderung der Schweizer Rechtssprechung und eine Verschärfung des Strafmasses anstreben: Bei tödlichen Raserunfällen soll neu von einer vorsätzlichen statt einer fahrlässigen Tötung ausgegangen werden. «Das würde eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren bedeuten», erklärt Simon Kopp von der Luzerner Strafuntersuchungsbehörde. Die Freiheitsstrafe bei fahrlässiger Tötung liegt bei höchstens drei Jahren oder einer Geldstrafe. FDP-Nationalrat Otto Ineichen dagegen will das Problem schon früher angehen. «Prüfenswert ist ein Cha-raktertest vor dem Erteilen des Ausweises.»

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