Auf dem Weg zum Schlitteln : Raser posen mit Jägermeister in der Hand auf der Autobahn
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Auf dem Weg zum Schlitteln Raser posen mit Jägermeister in der Hand auf der Autobahn

Mit einer Flasche Jägermeister und 230 Stundenkilometern auf dem Tacho: Eine Gruppe junger Erwachsener filmt sich beim Tempo-Exzess auf der Autobahn.

von
Daniel Krähenbühl

Darum gehts

  • Vier junge Erwachsene filmen sich beim Rasen auf der Autobahn.

  • Wie in verschiedenen Instagram-Storys zu sehen ist, sind die Männer auf dem Weg zum Schlitteln nach Elm GL.

  • Die Gruppe spricht von einem Missverständnis: Die Videos seien in Deutschland aufgenommen worden.

«Starte durch jetzt, so wie LeBron, weil wir mies kommen, bald ne Million – Patek Philippe ist die Vision»: Zu Liedern von Deutsch-Rappern wie Ali471, Shindy oder Bushido fahren vier junge Erwachsenen über eine Schweizer Autobahn. Wie auf einem am Montag auf Instagram hochgeladenen Video zu sehen ist, beschleunigt der Fahrer innert kurzer Zeit von 150 auf über 230 Kilometer pro Stunde. «Totalschade» schreibt die filmende Person* zum Story-Post.

Die Stimmung im Fahrzeug ist ausgelassen – obwohl es gemäss der Zeitangabe im Beitrag erst 8.22 Uhr morgens ist. Unter anderem dürfte dies der halb leeren Jägermeister-Flasche geschuldet sein, die der rauchende Autofahrer (23)* stolz in die Kamera hält. Wie auf vorherigen Instagram-Videos ersichtlich ist, war die Flasche vor Antritt der Fahrt verschlossen und gefüllt.

Auf der Fahrt nach Elm – oder auf deutscher Autobahn?

Die Mitglieder der Gruppe markieren sich gegenseitig und teilen die Beiträge fleissig. Auf nachfolgenden Story-Posts ist etwa ersichtlich, wie sich die Gruppe auf dem Weg nach Elm GL befindet, wie die jungen Erwachsenen – mit der Jägermeister-Flasche posierend – in einem Sessellift sitzen und wie sie mit dem Schlitten einen Abhang runterfahren.

Als 20 Minuten die Männer mit dem Video konfrontiert, sprechen diese von einem Missverständnis. Das Video sei nicht in der Schweiz, sondern auf einer deutschen Autobahn aufgenommen worden. Und die Videos, die die Gruppe beim Schlitteln in den Bergen zeigten, seien bereits vor einer Woche entstanden.

Zur Prüfung rechtlicher Schritte hat die Kantonspolizei Zürich die Videosequenz mittlerweile an die Spezialisten der Verkehrsabteilung weitergeleitet. Dem Fahrer droht bei Identifizierung eine hohe Strafe: Da er die Höchstgeschwindigkeit auf einer 120er-Strecke um mehr als 80 Kilometer pro Stunde überschreitet, kann er gemäss Strassenverkehrsgesetz mit einer Freiheitsstrafe von einem bis vier Jahren bestraft werden. Darüber hinaus wird ihm der Führerausweis für mindestens zwei Jahre entzogen.

*Name der Redaktion bekannt.

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