Raser von Jona soll sieben Jahre Zuchthaus erhalten
Aktualisiert

Raser von Jona soll sieben Jahre Zuchthaus erhalten

Der 24-jährige Autofahrer, der im Juni 2004 in Jona (SG) einen tödlichen Raserunfall mitverursacht hat, ist vor Schranken des Kreisgerichts Gaster-See gestanden.

Die Anklage fordert sieben Jahre Zuchthaus. Das Urteil steht noch aus.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 24-Jährigen eventualvorsätzliche Tötung vor. Der Angeschuldigte und ein 23 Jahre alter Kollege hatten sich im Juni 2004 auf der A53 zwischen Hinwil ZH und Jona SG ein Rennen geliefert. Sie fuhren laut Anklage «mit weit übersetzter Geschwindigkeit und wechselnden Positionen» Richtung Rapperswil.

Einer von ihnen verlor die Herrschaft über seinen Wagen, kam auf die Gegenfahrbahn und krachte in ein entgegenkommendes Auto. Der Raser, sein 26-jähriger Mitfahrer und der 57-jährige Lenker des korrekt fahrenden Autos starben.

Der zweite Raser konnte nicht mehr bremsen. Er prallte in die Fahrzeugwracks und dann in ein weiteres Auto. Dabei wurden zwei Personen verletzt.

Paralle zum Fall von 1999 in Gelfingen

Beim Strafantrag von sieben Jahren Zuchthaus orientierte sich die Anklage am tödlichen Raserunfall von Gelfingen LU von 1999. Auch damals hatten sich zwei Raser ein Rennen geliefert und einen Unfall verursacht, bei dem zwei jugendliche Fussgänger getötet wurden.

Die Luzerner Justiz verurteilte die beiden Raser wegen mehrfacher eventualvorsätzlicher Tötung zu je sechseinhalb Jahren Zuchthaus. Das Urteil wurde Mitte 2004 vom Bundesgericht bestätigt.

Neben einer Zuchthausstrafe von sieben Jahren forderte der Staatsanwalt eine Landesverweisung von zehn Jahren. Die Verteidigung dagegen plädierte auf eine bedingte Strafe von 18 Monaten. Der Verteidiger bestritt die Auslegung der Anklage und kritisierte die Anklageschrift massiv. Diese sei nicht objektiv.

Der Angeklagte zeigte Reue, bestritt aber, sich mit seinem Kollegen ein Rennen geliefert zu haben. Sie hätten sich einmal gegenseitig überholt, räumte er ein. Er sei statt Tempo 80 mit 130 km/h gefahren. Die Schuld an den Unfällen gab er seinem Kollegen: Dieser habe ihn überholt. Das Urteil wird später eröffnet.

Vorstoss im Kantonsrat

Der Raserunfall von Jona SG hatte postwendend zu einem Vorstoss im St. Galler Kantonsrat geführt. Jonas Gemeindepräsident und Kantonsrat Benedikt Würth verlangte Massnahmen gegen die tödliche Raserei auf der A53.

Das Thema wurde zum Politikum. In der TV-Sendung «Arena» warf der Chef der St. Galler Verkehrspolizei den Rasern vor, sie nähmen eine Gefährdung Dritter bewusst in Kauf: Jemand, der massiv zu schnell fahre, handle nicht mehr fahrlässig, sondern vorsätzlich.

(sda)

Deine Meinung