«Rasieren ist un-islamisch»
Aktualisiert

«Rasieren ist un-islamisch»

Pakistans Landbevölkerung gerät immer mehr unter die Fuchtel eifriger Taliban-Führer: Im pakistanischen Stammesgebiet haben sie allen Männern in der Region ein Ultimatum gestellt, sich gemäss den islamischen Regeln einen Bart stehen zu lassen.

«Männer müssen in den nächsten zwei Monaten ihren Bart wachsen lassen und aufhören sich zu rasieren, oder sie werden schwer bestraft», sagte der örtliche Taliban-Anführer Maulvi Faqir Mohammad am Sonntagabend in Khar, der Hauptstadt des Stammesgebietes Bajaur im Nordwesten Pakistans, nach Angaben von Einwohnern.

Rasieren sei «un-islamisch», fügte er demnach in seiner Ansprache in einer Moschee hinzu. Mohammad ist Vize-Kommandant der Tehreek-e-Taliban (TTP), der pakistanischen Taliban-Organisation von Stammeschef Baitullah Mehsud.

Während der Taliban-Herrschaft im benachbarten Afghanistan von 1996 bis 2001 war es den Männern streng verboten, ihren Bart zu rasieren. Nach der Entmachtung der Taliban durch einen US-geführten Militäreinsatz zogen sich viele Taliban-Kämpfer in die Stammesgebiete im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zurück und dehnten ihren Einfluss dort aus.

Immer wieder gibt es dort Angriffe auf Coiffeurgeschäfte, aber auch gegen Besitzer von Videotheken und Musik-Geschäften wegen angeblichen Verstosses gegen die islamischen Lehren.

(sda)

Deine Meinung