Beleidigungen auf Social Media: Rassismus-Eklat um Jungstar (17) von Borussia Dortmund
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Beleidigungen auf Social MediaRassismus-Eklat um Jungstar (17) von Borussia Dortmund

BVB-Mittelfeldspieler Jude Bellingham wird auf Instagram rassistisch beleidigt und veröffentlicht daraufhin die Hassbotschaften auf seinem Profil. Sein Verein und der englische Verband stehen ihm zur Seite.

von
Florian Gnägi
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Jude Bellingham wurde auf Social Media nicht zum ersten Mal rassistisch beleidigt.

Jude Bellingham wurde auf Social Media nicht zum ersten Mal rassistisch beleidigt.

imago images/Uwe Kraft
Der Engländer musste bereits im letzten Sommer nach seinem Wechsel zu Dortmund rassistische Kommentare über sich ergehen lassen.

Der Engländer musste bereits im letzten Sommer nach seinem Wechsel zu Dortmund rassistische Kommentare über sich ergehen lassen.

Pool via REUTERS
Letzten Donnerstag sorgte derweil beim Europa-League-Spiel zwischen den Glasgow Rangers und Slavia Prag eine Auseinandersetzung zwischen Rangers-Profi Kamara (l.) und Slavia-Spieler Kudela für Aufsehen. Kamara gab nach der Partie zu Protokoll, von Kudela rassistisch beleidigt worden zu sein. Der Fall liegt nun bei der Uefa.

Letzten Donnerstag sorgte derweil beim Europa-League-Spiel zwischen den Glasgow Rangers und Slavia Prag eine Auseinandersetzung zwischen Rangers-Profi Kamara (l.) und Slavia-Spieler Kudela für Aufsehen. Kamara gab nach der Partie zu Protokoll, von Kudela rassistisch beleidigt worden zu sein. Der Fall liegt nun bei der Uefa.

Pool via REUTERS

Darum gehts

  • BVB-Spieler Jude Bellingham wurde auf Instagram Opfer von rassistischen Beleidigungen.

  • Bereits unter der Woche kam es in der Europa League zu einem mutmasslichen Rassismus-Vorfall.

  • Anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus am Sonntag zeigen Super-League-Clubs und die Nati klare Kante gegen Diskriminierung.

Der Samstagnachmittag endete für Jude Bellingham aus sportlicher Sicht enttäuschend. Doch weder sein verschuldeter Handelfmeter im Spiel gegen Köln, noch das ernüchternde Unentschieden gegen den Abstiegskandidaten stehen nur annähernd auf einer Stufe mit dem, was sich der Engländer nach der Partie in den sozialen Netzwerken anhören musste.

Der 17-Jährige erhielt im Anschluss an das 2:2 beim 1. FC Köln auf Instagram rassistische Emojis zugeschickt und publizierte die Beleidigungen daraufhin mit dem Hinweis «Nur ein weiterer Tag in sozialen Medien...». Borussia Dortmund stand seinem Schützling umgehend zur Seite und twitterte daraufhin «Rassismus ist keine Meinung!» und schrieb «Wir verurteilen die rassistischen Kommentare gegen @BellinghamJude.»

Auch die Antwort des englischen Verbandes liess nicht lange auf sich warten. Die FA drückte seinem Nationalspieler die volle Unterstützung aus und liess ebenfalls via Twitter verlauten, man sei «angewidert» von den diskriminierenden Schmähungen und dass «sich etwas ändern müsse».

Bellingham war bereits vor seinem Wechsel von Birmingham City nach Dortmund im Internet rassistisch beleidigt worden. «Die Zeiten müssen sich ändern. Es muss mehr getan werden», hatte der Mittelfeldspieler bereits im Juli des vergangenen Jahres gesagt.

Rassismus-Vorwürfe gegen Rangers-Spieler

Das Thema Rassismus im Fussball flammte erst vor wenigen Tagen erneut auf, als es bei der Europa-League-Partie der Glasgow Rangers gegen Slavia Prag am letzten Donnerstag zu hitzigen Szenen kam. Im Anschluss an die Begegnung beteuerte der dunkelhäutige Rangers-Profi Glen Kamara von Slavia-Spieler Ondrej Kudela rassistisch beleidigt worden zu sein.

Während Kamara von seinem Trainer Steven Gerrard die volle Rückendeckung erhielt, stritt Slavia Prag den Rassismus-Vorwurf vehement ab und beschuldigte stattdessen Kamara, Kudela nach dem Spiel geschlagen zu haben. Diese nachträgliche Aussagen von der tschechischen Seite bezeichnete der Rangers-Profi als «absolute Lüge» und betonte noch einmal, dass die Beleidigungen «bewusst und vorsätzlich» gefallen seien. Der Fall liegt nun bei der Uefa, die letzten Freitag ankündigte, Ermittlungen aufzunehmen.

YB und der FC St. Gallen mit Anti-Rassismus-Aktionen

Die Vorfälle in Glasgow und die Beleidigungen im Internet gegen Jude Bellingham zeigen, dass Diskussionen um diskriminierende und rassistische Diffamierungen immer noch hochaktuell sind. Im Rahmen rund um den alljährlichen internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März setzen auch Clubs aus der Super League und die Schweizer Nati ein deutliches Zeichen gegen Rassismus.

Beim FC St. Gallen trugen am Samstag sämtliche Akteure der Herrenmannschaft, des Frauenteams und der U21-Equipe in ihren jeweiligen Partien eine Armbinde mit der Aufschrift «NO TO RACISM». Der Schweizer Meister YB engagiert sich seit Jahren gegen Diskriminierung und unterstreicht am Sonntag beim Heimspiel gegen den FCZ mit einem eigens angefertigten Spezialtrikot ebenfalls sein Engagement gegen Rassismus. Auf den Shirts der Berner sind Anti-Diskriminierungs-Botschaften in den Muttersprachen der YB-Spieler auf den Rückennummern abgedruckt.

Neben Clubs aus der Super League engagiert sich auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) aktiv gegen Rassismus. Der SFV publizierte am Sonntag auf seinen sozialen Kanälen ein Video, in dem Trainer Vladimir Petkovic sowie Granit Xhaka, Breel Embolo, Yann Sommer, Xherdan Shaqiri und Manuel Akanji klare Kante gegen Diskriminierungen jeglicher Art zeigen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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