Rassismus in der Schweiz: Schüler wegen Hautfarbe beleidigt – als er sich wehrt, wird er bestraft
Aktualisiert

Rassismus in der SchweizSchüler wegen Hautfarbe beleidigt – als er sich wehrt, wird er bestraft

2021 wurden dem Beratungsnetz für Rassismusopfer 630 Fälle rassistischer Diskriminierung gemeldet. Die meisten Vorfälle ereigneten sich am Arbeitsplatz und im Bildungsbereich.

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Ausländer- bzw. Fremdenfeindlichkeit mit 218 und Rassismus gegenüber People of Color mit 207 Fällen waren die häufigsten Diskriminierungsmotive.

Ausländer- bzw. Fremdenfeindlichkeit mit 218 und Rassismus gegenüber People of Color mit 207 Fällen waren die häufigsten Diskriminierungsmotive.

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Neben dem Bildungsbereich (40) ereigneten sich die meisten Fälle von Rassismus gegenüber People of Color am Arbeitsplatz (37) sowie im öffentlichen Raum und in der Nachbarschaft (je 26).

Neben dem Bildungsbereich (40) ereigneten sich die meisten Fälle von Rassismus gegenüber People of Color am Arbeitsplatz (37) sowie im öffentlichen Raum und in der Nachbarschaft (je 26).

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Weiterhin häufig waren Beratungsfälle im Bereich Muslimfeindlichkeit (53) sowie in der inhaltlich verwandten Kategorie der Feindlichkeit gegen Menschen aus dem arabischen Raum (51).

Weiterhin häufig waren Beratungsfälle im Bereich Muslimfeindlichkeit (53) sowie in der inhaltlich verwandten Kategorie der Feindlichkeit gegen Menschen aus dem arabischen Raum (51).

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Darum gehts

  • Der Rassismusbericht des Bundes zeigt, dass People of Color am häufigsten von Benachteiligungen und Beschimpfungen betroffen sind.

  • Weiterhin häufig waren Beratungsfälle im Bereich Muslimfeindlichkeit sowie in der inhaltlich verwandten Kategorie der Feindlichkeit gegen Menschen aus dem arabischen Raum. 

  • Die Meldungen bezüglich Antisemitismus haben leicht zugenommen. Auffallend war auch die vermehrt auftretende Feindlichkeit gegenüber Menschen aus dem asiatischen Raum.

  • Die Bereitschaft von Menschen, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, nimmt jedes Jahr zu.

Benachteiligungen und Beschimpfungen waren im vergangenen Jahr die häufigsten Diskriminierungsformen, wie das Eidgenössische Departement des Innern EDI am Sonntag mitteilte. Die am meisten genannten Motive blieben demnach Ausländer- bzw. Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gegenüber People of Color, gefolgt von antimuslimischem Rassismus. Auffallend war die vermehrt auftretende Feindlichkeit gegenüber Menschen aus dem asiatischen Raum.

Ausländer- bzw. Fremdenfeindlichkeit mit 218 und Rassismus gegenüber People of Color mit 207 Fällen waren die häufigsten Diskriminierungsmotive. Neben dem Bildungsbereich (40) ereigneten sich die meisten Fälle von Rassismus gegenüber People of Color am Arbeitsplatz (37) sowie im öffentlichen Raum und in der Nachbarschaft (je 26). Weiterhin häufig waren Beratungsfälle im Bereich Muslimfeindlichkeit (53) sowie in der inhaltlich verwandten Kategorie der Feindlichkeit gegen Menschen aus dem arabischen Raum (51). Die neue Kategorie «Feindlichkeit gegen Menschen aus dem asiatischen Raum» weist 41 Meldungen auf, vor allem bezüglich Beschimpfungen und andere herabsetzende Äusserungen oder Illustrationen.

Während der Pandemie hat der Rassismus gegenüber asiatisch-stämmigen Menschen zugenommen.

Murat Temel /Simona Ritter



Nicht zuletzt haben Meldungen bezüglich Antisemitismus leicht zugenommen. Einige dieser Vorfälle betrafen die Leugnung und Verharmlosung des Holocausts sowie antisemitische bzw. rassistische Verschwörungstheorien, die laut EDI während der Pandemie vermehrt zirkulieren. In jedem dritten Beratungsfall stellten die Beratungsstellen ausserdem eine Mehrfachdiskriminierung aufgrund des Rechtsstatus, des Geschlechts und/oder der sozialen Stellung fest.

Immer mehr Betroffene wenden sich an Beratungsstellen

Das Beratungsnetz für Rassismusopfer Humanrights.ch nennt auch ein konkretes Beispiel eines rassistisch motivierten Vorfalls.  So wandte sich ein Vater an eine Beratungsstelle, nachdem sein Sohn von Mitschülern wiederholte und massive verbale Angriffe bezüglich seiner Hautfarbe erlebte. Weil sich der Sohn verbal gegen diese Angriffe wehrte, ergriff die Schule gegen ihn Disziplinarmassnahmen und ignorierte dabei die verbalen rassistischen Attacken der Mitschüler. Im Rahmen einer Mediation behandelte die Beratungsstelle mit dem betroffenen Schulpersonal das Thema Rassismus im Schulkontext. Daraufhin entschied sich die Schule, das Thema mit Lehrpersonen, sämtlichen Klassen sowie Eltern zu bearbeiten. Ein Schulsozialarbeiter steht nun dem betroffenen Schüler zur Seite und die Disziplinarmassnahmen wurden aufgehoben.

Die Bereitschaft von Menschen, sich an eine Beratungsstelle zu wenden, nehme jedes Jahr zu. So verzeichnete das Beratungsnetz für das Berichtsjahr 2021 im Vergleich zu noch vor zwei Jahren einen Anstieg von rund 180 Fällen. Dies verdeutlicht die zentrale Bedeutung der Beratungsstellen für die Unterstützung und Begleitung von Betroffenen, Angehörigen, Fachpersonen sowie Zeuginnen und Zeugen. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Antisemitismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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