Aktualisiert 19.08.2009 13:01

ZürichRassismusvorwürfe gegen Polizei häufen sich

Meist aus Unwissenheit oder aufgrund diffuser Ängste und Vorurteile werden in der Stadt Zürich Angehörige gewisser Bevölkerungsgruppen diskriminiert. Dies geht aus dem ersten Zürcher Rassismusbericht hervor.

Rassistische Übergriffe, die strafrechtlich zu verfolgen sind, gibt es laut Bericht in Zürich wenige. Zu Diskriminierungen und Ungleichbehandlungen komme es aber immer wieder. Dies etwa im Wohnungs- und im Lehrstellenmarkt.

Auch bei den städtischen Behörden sei Diskriminierung eine ständige Herausforderung. Regelmässig werde diskriminierendes Verhalten der Behörden - besonders der Polizei - kritisiert. Die Stadtpolizei ihrerseits sehe sich vermehrt undifferenzierten und ungerechtfertigten Rassismusvorwürfen ausgesetzt.

Dialoge am runden Tisch

Der Bericht regt deshalb regelmässige Dialoge am runden Tisch an. Teilnehmen sollen Vertreterinnen und Vertreter von Polizei und Verwaltungsstellen, der Ombudsstelle und von Organisationen, die in der Diskriminierungsbekämpfung tätig sind.

Im Allgemeinen haben Diskriminierungen laut Bericht keine ideologischen Ursachen. Dahinter stünden meist Unwissen, diffuse Ängste und Vorurteile.

Dies gelte es zu berücksichtigen bei der Bekämpfung von Rassismus. Namentlich gehe es dabei darum, vorbeugende Gegenmassnahmen zu ergreifen. Gewisse Verhaltensweisen oder Verwaltungsroutinen müssten auf allfällige diskriminierende Wirkungen überprüft, das Beratungsangebot für Betroffene ausgebaut werden.

Schon heute besteht ein gutes Angebot an Anlaufstellen für Rassismusopfer, hält der Bericht fest - so die Ombudsstelle, die sich um Vorfälle im Bereich der Verwaltung kümmert. Zu den privatrechtlichen Stellen hätten allerdings manche Betroffene aus finanziellen Gründen keinen Zugang. Der Bericht empfielt deshalb eine Stärkung bestehender Institutionen.

Die Stadt Zürich trat 2007 der europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus bei. In diesem Zusammenhang beauftragte der Stadtrat eine Arbeitsgruppe damit, ihm alle zwei bis drei Jahre einen Bericht zum Thema vorzulegen.

(sda)

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