Nach Spielabbruch in Goldau: Zuschauer beleidigt Spieler rassistisch – jetzt hat er Stadionverbot

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Nach Spielabbruch in GoldauZuschauer beleidigt Spieler rassistisch – jetzt hat er Stadionverbot

Nachdem sich ein Zuschauer beim Viertligaspiel Goldau gegen Rotkreuz aufs Feld begeben und dort einen Spieler rassistisch beleidigt hatte, wurde das Spiel abgebrochen. Nun wurde entschieden: Es wird wiederholt. Damit will der Verband ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

von
Martin Messmer
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Das Spiel zwischen dem SC Goldau und dem FC Rotkreuz ist abgebrochen worden. Die Spieler des FC Rotkreuz wollten nicht mehr weiterspielen, nachdem einer ihrer Spieler von einem Zuschauer, der aufs Feld stürmte, rassistisch beleidigt worden war.

Das Spiel zwischen dem SC Goldau und dem FC Rotkreuz ist abgebrochen worden. Die Spieler des FC Rotkreuz wollten nicht mehr weiterspielen, nachdem einer ihrer Spieler von einem Zuschauer, der aufs Feld stürmte, rassistisch beleidigt worden war.

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Nun hat der Innerschweizer Fussballverband IFV entschieden, dass das Spiel wiederholt wird. Der SC Goldau hat zudem ein Stadionverbot gegen den Mann ausgesprochen. Das Spiel fand auf einem Kunstrasenfeld bei der Pädagogischen Hochschule in Goldau statt. Dort gilt dieses Verbot.

Nun hat der Innerschweizer Fussballverband IFV entschieden, dass das Spiel wiederholt wird. Der SC Goldau hat zudem ein Stadionverbot gegen den Mann ausgesprochen. Das Spiel fand auf einem Kunstrasenfeld bei der Pädagogischen Hochschule in Goldau statt. Dort gilt dieses Verbot.

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Aber auch in der eigentlichen Heimstätte des SC Goldau beim Tierpark darf der Mann keine Spiele mehr besuchen.

Aber auch in der eigentlichen Heimstätte des SC Goldau beim Tierpark darf der Mann keine Spiele mehr besuchen.

http://scgoldau.ch/

Darum gehts

  • Der Mann, der bei einem Viertliga-Fussballspiel aufs Spielfeld stürmte und einen dunkelhäutigen Spieler rassistisch beleidigte, bekommt vom SC Goldau ein unbefristetes Stadionverbot.
  • Der SC Goldau muss wegen des Vorfalls eine Busse wegen Nicht-Einhalten der Platzordnung bezahlen.
  • Der Verein wird aber die Busse auf den betreffenden Mann abwälzen.

Zum Eklat kam es am 3. Oktober beim Viertligaspiel SC Goldau gegen den FC Rotkreuz: Dort stürmte ein rund 50-jähriger Zuschauer auf das Spielfeld und beschimpfte einen dunkelhäutigen Spieler des FC Rotkreuz rassistisch. Die Spieler des FC Rotkreuz beschlossen daraufhin, nicht mehr weiterzuspielen. Das Spiel wurde abgebrochen.

Nun hat der Innerschweizer Fussballverband IFV durchgegriffen und Strafen ausgesprochen: «Der Verband und die zuständige Wettspielkommission haben in Absprache mit den Vereinspräsidenten von FC Rotkreuz und SC Goldau entschieden, das Spiel wiederholen zu lassen. Die beiden Vereine und der Verband wollen damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen», teilte der IFV mit.

«Rassismus hat auf unseren Fussballplätzen nichts verloren»

Für IFV-Präsident Urs Dickerhof ist es «wichtig und richtig», das Spiel zu wiederholen, also in einer sportlichen Entscheidung auf dem Feld werten zu lassen und nicht etwa mit einer Forfait-Niederlage am grünen Tisch. Denn: «Wir zeigen damit, dass man mit einer solchen Aktion, wie sie in Goldau geschah, nichts bewirken kann. Rassismus hat auf unseren Fussballplätzen nichts verloren», sagt Dickerhof.

Gemäss Reglement mussten gegen den SC Goldau – als organisierender Verein des abgebrochenen Spiels – Sanktionen ausgesprochen werden: Die Strafkommission hat die regeltechnischen Verfehlungen bestraft, nämlich das Nicht-Einhalten der Platzordnung; ebenfalls sanktioniert wurden Rote Karten, wie das immer der Fall ist. Auf Anfrage beim IFV hiess es, die Busse betrage rund 400 bis 500 Franken.

Strafen ausgesprochen hat nicht nur der IFV, sondern auch der SC Goldau. Der Mann, der den dunkelhäutigen Spieler rassistisch beschimpfte, bekommt ein Stadionverbot. Und: Der SC Goldau wird Regress auf den Mann nehmen; dieser soll die Busse übernehmen, welche der Verein wegen Nicht-Einhalten der Platzordnung erhalten hat.

«Solch ein Verhalten kann finanzielle Folgen haben»

Gemäss Reto Bisang, Präsident des SC Goldau, gilt das Urteil «bis auf weiteres, sicher bis Ende Saison». Sicher werde man auch Regress nehmen. Wie viel der Mann bezahlen soll, stehe noch nicht fest, zuerst müsse das Urteil schriftlich vorliegen. «Unser Regress gegen den Mann soll ein Zeichen setzen und zeigen, dass derartiges Verhalten finanzielle Folgen haben kann», sagt Präsident Bisang. Weiter sagte er auf Anfrage, der betreffende Mann zeige sich reuig und habe sich beim Spieler schriftlich entschuldigt. Auf der Website des Vereins wird Bisang so zitiert: «Ich bin stolz, dass sich unsere Spieler und Trainer stets sehr vorbildlich verhalten haben.»

IFV-Präsident Dickerhof findet es gut, dass der SC Goldau gegen den Mann ein Stadionverbot ausgesprochen hat, was nur der Verein, nicht aber der IFV könne. «So was gehört einfach nicht auf den Fussballplatz.»

«Nein zu Rassismus»

Auf seiner Website betonte der SC Goldau, Rassismus nicht zu tolerieren: «Der Sport Club Goldau bedauert diesen Vorfall aber sehr und möchte nochmals klar festhalten, dass er jegliche Art von Rassismus und Diskriminierung auf und neben dem Platz aufs Schärfste verurteilt und diese intern auch sanktioniert. Beim SC Goldau gehen SpielerInnen, TrainerInnen und HelferInnen aus rund 20 Nationen ihrem Lieblingshobby Fussball nach. Gegenseitiger Respekt bildet die Grundlage unseres Vereinslebens», heisst es dort.

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