Aktualisiert 04.05.2006 09:32

Rassistin gegen Toggenburger Arztfamilie: Wiederholungstäterin

Die psychisch kranke Frau, die 2005 eine Toggenburger Arztfamilie mit rassistischen Drohbriefen terrorisiert hatte, belästigte bereits zuvor eine Familie mit ausländischen Pflegekindern.

Polizeisprecher Hans-Peter Eugster bestätigte einen Bericht im «St. Galler Tagblatt» vom Donnerstag. Über diese Briefe haben die Polizei und die Staatsanwaltschaft noch nie informiert. Sie stünden nicht in Zusammenhang mit dem Fall der Arztfamilie, sagte Eugster. Dieser Fall sorgte Ende 2005 landesweit für Schlagzeilen.

Eine 43-jährige psychisch kranke Frau, eine ehemalige Patientin des Arztes, hatte dessen Familie während Monaten mit Drohbriefen rassistischen Inhalts terrorisiert; die Frau und die Kinder des Arztes sind dunkelhäutig. Im Dezember vergangenen Jahrs konnten die Behörden den Fall klären. Die Frau legte ein Teilgeständnis ab.

Der Fall warf auch politische Wellen: Im Kantonsrat wurden Vorstösse eingereicht. Im November 2005 nahmen im Toggenburg 500 Personen an einer Anti-Rassismus-Kundgebung teil. Gäste sagten ihre Ferien im Toggenburg ab. Und die SVP monierte, ihr st. gallisches Stammland werde zu Unrecht mit Rassismus-Vorwürfen verunglimpft.

Im März dieses Jahrs wurde bekannt, dass die Frau ihren ehemaligen Therapeuten unsittlicher Handlungen bezichtigt. Die Staatsanwaltschaft in Uznach hat Kenntnis von diesen Vorwürfen.

(sda)

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