Aktualisiert 31.01.2012 13:32

Juventus gebüsst

Rassistische Chöre gegen Gelson Fernandes

Juventus Turin muss 10 000 Euro Busse zahlen wegen rassistischer Sprechchöre. Opfer war der Schweizer Gelson Fernandes. Nur: Der weiss von nichts.

von
Sandro Compagno
Gelson Fernandes im Einsatz gegen Fabio Quagliarella von Juventus.

Gelson Fernandes im Einsatz gegen Fabio Quagliarella von Juventus.

Der Schweizer Internationale mit Wurzeln auf den kapverdischen Inseln spielte am letzten Samstag 90 Minuten im Spitzenkampf zwischen Juventus Turin und Udinese Calcio. Die Turiner gewannen das Spiel 2:1 und freuten sich über die verteidigte Tabellenführung.

Die Freude wurde am Montag leicht getrübt durch unangenehme Post von der italienischen Fussball-Liga. Wegen rassistischer Sprechchöre gegen Gelson Fernandes und seinen kolumbianischen Teamkollegen Pablo Armero muss die «Alte Dame» 10 000 Euro Busse bezahlen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der aktuelle Leader der Serie A wegen Rassismus im Fanblock zur Kasse gebeten wird. Nur: Die Vorfälle am Samstag sind einigermassen mysteriös; niemand hat sie mitbekommen. «Ich war aufs Spiel konzentriert und habe nichts gehört», sagt Gelson Fernandes auf Anfrage von 20 Minuten. Gemäss Massimo Franchi, Sportjournalist bei der Turiner Zeitung «Tuttosport», haben auch im Stadion anwesende Journalisten keine Schmährufe gegen Gelson und Armero vernommen.

Genau gleich ging es den Juventus-Bossen, die gestern beschlossen haben, gegen die Busse Rekurs einzulegen. Es gehe nicht ums Geld, sagt Juventus-Anwalt Luigi Chiappero – 10 000 Euro sind für Juventus Turin ein Pappenstiel: «Wir wollen wissen, was wirklich passiert ist.» Erst durch den Rekurs erhält Juventus Einsicht in die Spielrapporte. «Natürlich können wir nicht ausschliessen, dass es zu Schmähungen kam», so Chiappero. Aber hier gehe es ums Prinzip. Wer will schon eine Busse bezahlen für Sprechchöre, die niemand gehört hat?

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.