Rassistische Kommentare bei der Alba-Berichterstattung – es tut uns leid!

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In eigener Sache Rassistische Kommentare bei der Alba-Berichterstattung – es tut uns leid!

Am Wochenende hat 20 Minuten über das albanisch-kosovarische Musikfestival Alba in Zürich berichtet. Während ein paar Stunden waren darunter rassistische Kommentare von User*innen zu lesen. 

von
Zora Schaad
Unter der Berichterstattung des albanisch-kosovarischen Musikfestivals Alba wurden rassistische Kommentare von Leser*innen veröffentlicht. Es tut uns ausgesprochen leid, dass diese Kommentare online waren und unsere Leser*innen mit Wurzeln in Kosovo oder in Albanien verletzt haben.

Unter der Berichterstattung des albanisch-kosovarischen Musikfestivals Alba wurden rassistische Kommentare von Leser*innen veröffentlicht. Es tut uns ausgesprochen leid, dass diese Kommentare online waren und unsere Leser*innen mit Wurzeln in Kosovo oder in Albanien verletzt haben.

20 Minuten 

Darum gehts

  • Unter der Berichterstattung zum Alba Festival wurden am Wochenende rassistische Kommentare von Leser*innen veröffentlicht.

  • Wir erklären, wie es so weit kommen konnte und was wir tun, um dies in Zukunft zu vermeiden.

  • An alle Leser*innen, die sich verletzt oder angegriffen fühlten: Es tut uns leid. 

Nachdem dem Alba Festival 2021 aus epidemiologischen Gründen zwei Tage vor dem Start durch den Kanton Zürich die Bewilligung entzogen worden war – ein Entscheid, der später von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) als diskriminierend eingestuft worden ist –, feierten die Besucher*innen dieses Jahr ein rauschendes Fest unter freiem Himmel. 20 Minuten hat während zwei Tagen live aus dem Zürcher Hardturmareal berichtet und die User*innen über die auftretenden Acts auf dem Laufenden gehalten.

Obwohl das Kommentarfeld von der Redaktion so eingestellt worden war, dass jeder Kommentar vor der Veröffentlichung neben der Prüfung durch den Algorithmus zusätzlich durch unser Moderationsteam gesichtet werden musste, waren am Samstag unter unserem Artikel rassistische Kommentare zu lesen, die sich gegen die albanische und kosovarische Community in der Schweiz richteten. Es ist absolut unbestritten, dass diese Kommentare diskriminierend sind und unserer Netiquette eindeutig widersprechen. Es tut uns ausgesprochen leid, dass diese Kommentare während kurzer Zeit online waren und unsere Leser*innen mit Wurzeln in Kosovo oder in Albanien verletzt haben. Diese Äusserungen machen uns als Mitarbeitende ebenfalls betroffen und wütend. 

Wie konnte es so weit kommen?

Unsere ersten Abklärungen haben ergeben, dass unser Moderationsteam, das täglich 10’000 Kommentare bearbeitet und in Sekundenschnelle entscheiden muss, ob es einen Kommentar durchlässt oder zurückweist, überfordert war: überfordert durch die grosse Menge an Kommentaren in kurzer Zeit, vor allem aber überfordert durch den extrem hohen Anteil diskriminierender Äusserungen und die überdurchschnittlich hohe Löschquote. Unglücklich war zudem, dass sich aufgrund des Schichtplans mehrere Moderator*innen die Arbeit an diesem Kommentarfeld teilten und vermutlich auch aufgrund dieser Arbeitsteilung nicht alle Kommentare so gründlich gesichtet worden sind wie geplant.

Was wir tun

Noch am Samstag haben wir beschlossen, das Kommentarfeld zu entfernen, weil es nicht gelungen ist, eine fruchtbare Diskussion zu starten. Aktuell stehen wir im Austausch mit Leser*innen, die sich durch die Kommentare zu Recht angegriffen und verletzt fühlten. Wir stellen uns gerne der Diskussion. Vor allem aber sind wir daran, das Moderationsteam und die Redaktion nachzuschulen und Massnahmen zu treffen, damit dieser Vorfall in Zukunft vermieden werden kann. Auch auf technischer Seite schauen wir nochmals genau hin, ob es Optimierungspotenzial gibt, das wir noch ausschöpfen können. Dankbar sind wir, wenn unsere User*innen über den Meldebutton Kommentare melden, die der Netiquette widersprechen. Das hilft uns, rasch reagieren zu können.

Was wir wollen

In unserer Kommentarspalte wollen wir Menschen den Austausch ermöglichen, solange dieser fair und sachlich bleibt. Wir wollen, dass sich alle äussern können, unabhängig von ihren politischen Ansichten, ihrer Herkunft, ihren Sprachkenntnissen. Wir wollen aber auch, dass sich niemand verletzt, bedroht oder diskriminiert fühlt. Denn wir sind überzeugt, dass ein fruchtbarer Austausch wertvoll ist für jede und jeden Einzelnen, für unsere Gesellschaft und für unsere Demokratie. Danke für euren Beitrag, damit das gelingen kann.

Täglich finden in unserer Kommentarspalte hunderte von Diskussionen statt. Was ist dort eigentlich zugelassen – und was ist ein No-go? In unserer Artikelserie «Wir müssen reden» beleuchten wir verschiedene Arten von Hate-Speech.

Folge 1: Sexismus gegen Frauen 

Folge 2: Antisemitismus 

Folge 5: Rassismus 


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