Aktualisiert 17.06.2019 11:20

Umstrittenes Plakat

Raten Sie mal, wofür hier geworben wird

Ein Unternehmer macht im Unterengadin mit einem zweideutigen Plakat Werbung. Und sieht darin kein Problem.

von
scl
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«Unser Holz ist unser Stolz»: So ist diese Werbung des Unterengadiner Sägewerkbesitzers auf Facebook zu finden. Auf einem Plakat wirbt er mit einem noch zweideutigeren Spruch.

«Unser Holz ist unser Stolz»: So ist diese Werbung des Unterengadiner Sägewerkbesitzers auf Facebook zu finden. Auf einem Plakat wirbt er mit einem noch zweideutigeren Spruch.

Facebook
Immer wieder wird Werbung als sexistisch eingestuft: Die schwedische Werbeaufsichtsbehörde hat diese Anzeige der Firma Bahnhof als «sexistisch» beurteilt. Das in einem Werbekontext verwendete Meme des «abgelenkten Freundes» objektiviere Frauen.

Immer wieder wird Werbung als sexistisch eingestuft: Die schwedische Werbeaufsichtsbehörde hat diese Anzeige der Firma Bahnhof als «sexistisch» beurteilt. Das in einem Werbekontext verwendete Meme des «abgelenkten Freundes» objektiviere Frauen.

Facebook/B4hnh0f
Es ist bei weitem nicht der erste Fall. An Werbungen stossen sich viele. Bei der Lauterkeitskommission gehen jährlich etliche Beschwerden ein. Ein häufiger Vorwurf: Sexismus und Geschlechterdiskriminierung. Die folgenden Werbungen sind sexistisch – oder eben auch nicht.

Es ist bei weitem nicht der erste Fall. An Werbungen stossen sich viele. Bei der Lauterkeitskommission gehen jährlich etliche Beschwerden ein. Ein häufiger Vorwurf: Sexismus und Geschlechterdiskriminierung. Die folgenden Werbungen sind sexistisch – oder eben auch nicht.

Keystone/Salvatore di Nolfi

Ein Werbeplakat sorgt im Unterengadiner Grenzort Martina für Aufsehen. Darauf zu sehen sind vier Frauen, die in Dirndln auf einem Holzstapel liegen und tiefe Einblicke bieten. Der Slogan dazu: «Wir haben Holz vor der Hütte ... greifen Sie zu!» Auf der Facebook-Seite des Unternehmens ist dieselbe Werbung noch in einer älteren Version ohne Spruch zu sehen.

Die «Süddeutsche Zeitung» hat mit dem Auftraggeber gesprochen – einem Sägewerkbesitzer, der für sein Holz werben will. Unternehmer Rodolfo Rüdisühli findet die Aktion gelungen. Er habe bisher nur positive Reaktionen erhalten.

Frauen hätten gern mitgemacht

Auf den wiederholten Vorwurf des Sexismus meinte er: «Man sieht doch keine Brüste! Man sieht vielleicht das Décolleté.» Rüdisühli findet nicht, dass die Dirndl zu tief blicken lassen – die Frauen seien richtig anständig gekleidet.

Sie seien Kolleginnen. «Ich habe gesagt: ‹Das wäre doch eine Werbung.› Und dann haben sie gesagt: ‹Ja.› Also die haben gern mitgemacht», sagt Rüdisühli. Er hätte auch seine Frau noch auf das Plakat gestellt – wenn sie «ein bisschen jünger» wäre.

Zum Satz «Greifen Sie zu!» sagte der Sägewerksbesitzer ausserdem, es gehe um das Holz und nicht um die Mädchen. Und zur Frage, weshalb sie dann auf dem Plakat seien: «Weil, wenn ich Holz draufmache, dann schaut niemand hin.»

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