26.06.2020 02:55

Basel

Raten Sie, wozu uns diese Symbole auf der Strasse auffordern

Viele rote Streifen, ein gross aufgemalter Rollschuh, eine Person mit einem Kinderwagen und weitere Piktogramme zieren zurzeit in Basel eine Promenade entlang des Rheins. Was wollen uns die Symbole mitteilen? Handelt es sich hier etwa um eine neue Verkehrsmarkierung?

von
Manuela Humbel
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Was hat es wohl mit diesen grossen weissen Symbolen auf sich?

Was hat es wohl mit diesen grossen weissen Symbolen auf sich?

Manuel Humbel
Und die pinken Streifen?

Und die pinken Streifen?

Manuela Humbel
Wozu fordern sie uns auf?

Wozu fordern sie uns auf?

Manuela Humbel

Darum gehts

  • Auf Facebook sorgt eine angebliche Strassenmarkierung für Verwirrung.
  • Selbst die oberste Baselbieter Verkehrspolizistin fragt sich, was es mit den bunten Linien und den Piktogrammen auf sich hat.
  • Andreas Stäheli von Fussverkehr Region Basel erklärt, was es damit auf sich hat.

«Was bedeutet das? Und vor allem: Wer hat hier Vortritt?», fragt sich die oberste Baselbieter Verkehrspolizistin und Basler Regierungskandidatin Stephanie Eymann auf Facebook. An ihren Beitrag angehängt ist ein Foto, das beim Solitude-Park in Basel aufgenommen wurde. Auf der am Rhein vorbeiführenden Promenade wurden mehrere pinke Balken gemalt. Auch eine andere Frau ist verwirrt und schreibt: «Gestern bin ich da durchgefahren und hab mich gefragt, wie man verstehen soll, was das zu bedeuten hat.»

Drei Tage nach Eymanns Entdeckung wurden über die roten Striche zusätzlich grosse weisse Inlineskates, Fussgänger, ein Rollstuhl und Velos gepinselt. Ist das tatsächlich eine Verkehrsmarkierung, die man kennen sollte?

Andreas Stäheli von Fussverkehr Region Basel sagt auf Anfrage: «Das ist ganz klar eine FGSO, also keine Markierung.» Dies sei eine «farbliche Gestaltung einer Strassenoberfläche» und bringe bei Nichteinhalten keine rechtliche Strafe mit sich. Die Linien und Piktogramme sollten bloss darauf hinweisen, «Achtung, hier ist etwas anders», so Stäheli. «Ich kann aber nachvollziehen, wenn die Leute auf den ersten Blick etwas verwirrt sind und sich fragen, was das soll. Es ist etwas Neues. Auch wenn es in der Schweiz bereits andere FGSOs gibt.»

Doch wozu wurde diese farbliche Gestaltung durchgeführt und auf was soll sie hinweisen? Die Antwort darauf hat Sarah Mesmer, Sprecherin des basel-städtischen Bau- und Verkehrsdepartements (BVD). Dieses hat in Absprache mit Pro Velo beider Basel und Fussverkehr Region Basel die Gestaltung umgesetzt. Mesmer sagt auf Anfrage: Die Linien und Piktogramme würden für ein faires Nebeneinander stehen und Velofahrer sowie Fussgänger auf die begrenzten Verhältnisse aufmerksam machen und sie zur gegenseitigen Rücksichtnahme mahnen. Sie gehe davon aus, dass die Facebook-Nutzer die Gestaltung vor der Fertigstellung am Donnerstagmorgen gesehen hätten und sie deswegen noch nicht ganz klar gewesen sei.

Damit es zu weniger Konflikten zwischen Velofahrern und Fussgängern kommt

Die Promenade solle vorerst bis Herbst so bleiben. Dann werde ausgewertet, ob es seit der Anbringung zu einer Abnahme von Reklamationen und Unfällen auf der Promenade kam. Bei einem Erfolg wolle man die Gestaltung beibehalten.

Denn besonders im Sommer komme es auf diesem Abschnitt vermehrt zu Konflikten zwischen Velofahrern und Fussgängern, so Mesmer. Die Gestaltung sei jeweils am Anfang, in der Mitte und am Ende der Promenade angebracht worden. Sie soll die Verkehrsteilnehmer auf einen Blick dafür sensibilisieren, dass sie jetzt in einen von vielen Menschen dicht genutzen Bereich kommen. Velofahrer sollten somit schnell erkennen, dass die Solitude-Promenade kein reiner Veloweg ist, und umgekehrt. Auch sollen Fussgänger auf die Nutzung durch Velofahrer aufmerksam gemacht werden.

Roland Chrétien, Geschäftsführer von Pro Velo beider Basel, sieht das Gestaltungsprojekt positiv. Er hofft, dass auf der Promenade mehr Rücksicht genommen wird. Wichtig sei ihm aber auch, dass die Alternativroute Grenzacherstrasse attraktiver und sicherer für Velofahrer gestaltet werde. Insbesondere schnelle E-Velos sollten dort sicherer verkehren können, da sie in der Solitude mit angeschaltetem Motor verboten seien, so Chrétien.

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18 Kommentare
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Radi

26.06.2020, 06:09

Bei uns im Dorf hat man überall 30er Tafeln und künstliche Stassenverengunen gebaut, damit der Verkehr beruhigt wird. Und was ist passiert? Alle müssen abbremsen und für uns Radfahrer sind diese Hindernisse sehr gefährlich...

Pendolino

26.06.2020, 06:09

Tja Basel, what else!

Mike

26.06.2020, 05:59

Jegliche Markierungen ausserhalb des Strassengesetzen sollten verboten werden. So ein Wildwuchs von Markierungen sind einfach nur irreführend und nervig