Aktualisiert 07.08.2011 04:32

USA verlieren «AAA»

Ratingagentur verteidigt Herabstufung

Ihr Entscheid, die hochverschuldeten USA herabzustufen, sei durchdacht, wehrt sich die Ratingagentur Standard & Poor's gegen Kritik aus Washington. Obama versucht das Debakel zu erklären.

Weiss, was sie ausgelöst hat: Die Ratingagentur Standard & Poor's.

Weiss, was sie ausgelöst hat: Die Ratingagentur Standard & Poor's.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Herabstufung der Bonität der USA gegen Kritik aus Washington verteidigt. Sie sei zu dem durchdachten Schluss gekommen, dass die USA Schwierigkeiten haben würden, ihr ausuferndes Defizit in den Griff zu bekommen, erklärten leitende Mitarbeiter. Zudem habe die Agentur mehrfach gewarnt, dass eine Herabstufung folgen könne, wenn Kongress und Regierung keinen glaubhaften Plan zum Defizitabbau vorlegten.

Sie sei besorgt, dass die erzielte Vereinbarung dem nicht gerecht werde, sagte der Zuständige für die Staatsbewertung, David Beers. S & P reagierte damit auf Kritik der US-Regierung, die von einem voreiligen Schritt aufgrund fehlerhafter Berechnungen gesprochen hatte.

Aufruf zur Geschlosseneheit

Nach dem Entzug der Bestnote bei der Kreditwürdigkeit hat die US-Regierung die Parteien des Landes zur Geschlossenheit in der Wirtschafts- und Finanzpolitik aufgerufen. «Wir müssen den Willen, die Fähigkeit und das Engagement unserer Nation, zusammenzuarbeiten und unsere Hauptherausforderungen im Finanz- und Wirtschaftsbereich anzugehen, besser verdeutlichen», erklärte der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney, in Washington.

US-Präsident Barak Obama glaube, «dass es wichtig ist, dass unsere gewählten Führer zusammenkommen, um unsere Wirtschaft zu stärken und unserer Nation ein stärkeres finanzielles Fundament zu geben».

Obama werde alle Mitglieder des US-Kongresses in den kommenden Wochen ermutigen, «unser gemeinsames Bekenntnis zu einer stärkeren Erholung und einem gesünderen langfristigen Weg bei den Finanzen über politische und ideologische Differenzen zu stellen», fuhr Carney fort.

«Zu viel Uneinigkeit»

Der von Demokraten und Republikanern in der vergangenen Woche ausgehandelte Kompromiss zur Erhöhung der US-Schuldengrenze sei dabei «ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung» gewesen. «Doch der Weg, dorthin zu gelangen, war zu lang und hat zeitweise zu viel Uneinigkeit gestiftet.»

Carney bekräftigte, dass Obama es vorgezogen hätte, einen «grossen Handel» zu erzielen, der die US-Schulden um vier Billionen Dollar verringert hätte.

Demokraten und Republikaner im US-Kongress hatten am Dienstag nur Stunden vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit eine Anhebung der US- Schuldengrenze bei gleichzeitigen Haushaltseinsparungen verabschiedet. Der Kompromiss sieht eine zweistufige Anhebung des Schuldenlimits um 2,1 Billionen Dollar sowie Haushaltskürzungen von mehr als 2,4 Billionen Dollar in den kommenden zehn Jahren vor. (dapd)

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