Aktualisiert 19.03.2016 23:18

Playoff-HalbfinalsRatlose Davoser verlieren auch in Bern

Der SC Bern feiert den sechsten Playoff-Sieg in Serie. Die Berner schlagen Davos 2:1 und führen in der Halbfinal-Serie 2:0. Genf holt sich den Heimvorteil zurück.

Bern liegt auch in der Halbfinal-Serie gegen Davos bereits wieder mit 2:0 Siegen vorne. Der SCB bestätigt das Break vom Donnerstag und setzt sich gegen den Titelverteidiger mit 2:1 durch. Spätestens nach dem jüngsten Auftritt ist Bern seinen Bonus als Aussenseiter im Kampf um die Meisterschaft los. Der Achte der Qualifikation dominierte Davos lange Zeit und trat bis auf die Schlussphase überzeugend auf.

Die Treffer zur hochverdienten 2:0-Führung erzielten Verteidiger Eric Blum mit einem Weitschuss (9.), der vermutlich noch leicht abgelenkt wurde, und Simon Moser im Powerplay (24.).

Wie bereits im ersten Vergleich, in dem der letztjährige Meister im letzten Drittel einen Dreitore-Rückstand noch aufholte, wusste der HCD eine Antwort. Allerdings schossen die Bündner den Anschlusstreffer erst in der 58. Minute - zu spät, um wie am Donnerstag noch eine Verlängerung zu erzwingen. Der Ausgleich wäre allerdings etwas gar schmeichelhaft gewesen.

Das Finale der erneut packenden Halbfinal-Partie zeigte, dass mit einem Comeback von Davos jederzeit zu rechnen ist. Nachdem es davor lange Zeit chancenlos gewesen war, versuchte das zunehmend frustrierte Davos mit (Über-)Härte die zweite Niederlage zu verhindern - mit einem Stockschlag von Beat Forster gegen Thomas Rüfenacht als negativem Höhepunkt (49.). Forster wurde mit einem Restausschluss bestraft und leistete seinem Team damit einen Bärendienst.

Zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie jedoch längst entschieden sein müssen. Bern vergab bereits im Startdrittel Chancen im Minutentakt. Und zu Beginn des letzten Drittels scheiterten zweimal PostFinance-Topskorer Cory Conacher (42./44.) und einmal Samuel Kreis (47.). Davos durfte sich bei seinem Torhüter (und künftigen SCB-Keeper) Leonardo Genoni bedanken, dass es nicht frühzeitig entscheidend in Rückstand geraten war.

Wie bereits die ZSC Lions im Halbfinal scheint auch Davos derzeit kein Rezept gegen den SCB zu finden. Bern dagegen reiht Sieg an Sieg und ist mittlerweile seit sechs (Playoff-)Partien ungeschlagen. Im Vergleich mit der Qualifikation ist er nicht wieder zu erkennen und scheint sich momentan durch nichts stoppen zu lassen.

Genfer Sieg in der Overtime

Servette holt den Heimvorteil in der Halbfinalserie gegen Lugano zurück. Die Genfer setzen sich in Lugano 2:1 nach Verlängerung durch und gleichen in der Best-of-7-Serie zum 1:1 aus.

Den entscheidenden Treffer für die Gäste erzielte in der 68. Minute Verteidiger Eliot Antionietti. Zuvor war Lugano in der Verlängerung klar überlegen gewesen. In der 64. Minute scheiterte PostFinance-Topskorer Linus Klasen alleine vor Servettes Keeper Robert Mayer, der sich gegenüber der ersten Halbfinalpartie massiv steigerte.

Insgesamt ging der Sieg der Gäste aber in Ordnung, dominierten sie doch in den Dritteln 2 und 3. Elf Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit vergab Matt Lombardi die goldene Chance zum Siegtreffer für die Genfer; der kanadische Stürmer zog in Unterzahl von halblinks auf Luganos Goalie Elvis Merzlikins los, scheiterte allerdings am Pfosten. Schon in der 6. Minute hatte die Torumrandung für die Tessiner gerettet, als deren Verteidiger Lorenz Kienzle einen Schuss von Goran Bezina an den Pfosten ablenkte.

Tony Martensson hatte die Bianconeri in der 18. Minute im zweiten Powerplay in Führung gebracht. Martensson schoss bereits seinen fünften Treffer in den laufenden Playoffs. In der 39. Minute glich Tom Pyatt aus. Es war der erste Treffer für Servette in dieser Halbfinalserie.

Der Ausgleich der Genfer hatte sich abgezeichnet. Die Gäste waren nach dem ersten Drittel aggressiver, es fehlte jedoch bis zum Ausgleich die Genauigkeit in den Abschlüssen. Im ersten Abschnitt hatten die Vorteile, vor allem was die Chancen anging, auf Seiten der Bianconeri gelegen.

Die Genfer mussten im Vergleich zum ersten Halbfinalspiel auf vier Offensivspieler verzichten. Neben Slater war auch Noah Rod für Checks gegen den Kopf vorsorglich für eine Partie gesperrt worden. Zudem fehlten Daniel Rubin und Juraj Simek wegen Krankheit, letzterer erklärte erst unmittelbar vor dem Spiel Forfait.

Bern - Davos 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)

17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Massy/Kurmann, Borga/Kaderli.

Tore: 9. Blum (Plüss) 1:0. 24. Moser (Pascal Berger, Plüss/Ausschluss Axelsson) 2:0. 58. Corvi (Schneeberger, Jörg) 2:1.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 plus 5 Minuten (Forster) plus Spieldauer (Forster) gegen Davos.

PostFinance-Topskorer: Conacher; Lindgren.

Bern: Stepanek; Jobin, Untersander; Krueger, Blum; Helbling, Gerber; Kreis; Bodenmann, Ebbett, Moser; Conacher, Roy, Rüfenacht; Luca Hischier, Plüss, Scherwey; Alain Berger, Pascal Berger, Gian-Andrea Randegger; Reichert.

Davos: Genoni; Heldner, Forster; Du Bois, Kindschi; Schneeberger, Paschoud; Guerra, Jung; Ambühl, Corvi, Paulsson; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Kessler, Aeschlimann, Dino Wieser; Simion, McGrath, Jörg.

Bemerkungen: Bern ohne Flurin Randegger (krank), Bergenheim, Bührer, Kobasew, Kousa (alle verletzt), Smith, Ness, Müller und Wiedmer (alle überzählig), Davos ohne Setoguchi (krank), Walser, Sciaroni (beide verletzt), Picard, Rampazzo und Egli (alle überzählig). NLA-Debüt von McGrath. 500. NLA-Spiel von Pascal Berger.

Pfostenschüsse: Bodenmann (2.), Ebbett (49.) und Paulsson (58.). Stepanek hält Penalty von Marc Wieser (17.). Timeouts Davos (24.) und Bern (27.). Davos ab 59:14 ohne Torhüter.

Lugano - Genève-Servette 1:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:1) n.V.

7405 Zuschauer. - SR Eichmann/Stricker, Bürgi/Wüst.

Tore: 18. Martensson (Hofmann, Brunner/Ausschluss Fransson) 1:0. 39. Pyatt 1:1. 68. (67:23) Antonietti 1:2.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lugano, 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette.

PostFinance-Topskorer: Klasen; D'Agostini.

Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Ulmer, Kparghai; Kienzle, Hirschi; Brunner, Martensson, Klasen; Bertaggia, Stapleton, Hofmann; Walker, Sannitz, Lapierre; Kostner, Morini, Reuille.

Genève-Servette: Mayer; Antonietti, Bezina; Vukovic, Fransson; Mercier, Iglesias; Traber, Heinimann, Gerber; Douay, Pyatt, Jacquemet; Loeffel, Lombardi, Pedretti; D'Agostini, Romy, Kast.

Bemerkungen: Lugano ohne Vauclair, Steinmann und Pettersson. Genève-Servette ohne Bays, Riat, Wick, Almond (alle verletzt), Simek, Rubin (beide krank), Slater und Rod (beide gesperrt).

Pfostenschüsse: 6. Pfostenschuss Bezina (Ablenker Kienzle), 60. (59:49) Lombardi. - Timeout Genève-Servette (66.).

(sda)

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