«Können Krankheiten übertragen» - Ratten siedeln sich nach starken Regenfällen am Hönggerberg an

Publiziert

«Können Krankheiten übertragen»Ratten siedeln sich nach starken Regenfällen am Hönggerberg an

In Zürich-Höngg wurden erstmals Ratten gesichtet. Die Stadt bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Bekämpfung.

von
Monira Djurdjevic
1 / 7
Die Allesfresser kommen in Städten normalerweise bei Gewässern und in der Nähe von Abfallkübeln mit Essensresten vor.

Die Allesfresser kommen in Städten normalerweise bei Gewässern und in der Nähe von Abfallkübeln mit Essensresten vor.

Stadt Zürich
Am Zürcher Hönggerberg haben sich nach den starken Regenfällen vom Sommer Ratten angesiedelt.

Am Zürcher Hönggerberg haben sich nach den starken Regenfällen vom Sommer Ratten angesiedelt.

Stadt Zürich
Laut einer Mitteilung ist die Situation unter Kontrolle. 

Laut einer Mitteilung ist die Situation unter Kontrolle.

Stadt Zürich

Darum gehts

An der Limmattalstrasse und dem angrenzenden Wohngebiet in Zürich-Höngg haben sich erstmals Ratten angesiedelt. Die Schädlingsprävention und -beratung des Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich (UGZ) vermutet, dass die Nagetiere durch das Hochwasser im Sommer von der Limmat den Berg hoch in Richtung der Wohngebiete getrieben wurden. Die Allesfresser kommen in Städten normalerweise bei Gewässern und in der Nähe von Abfallkübeln mit Essensresten vor.

Da sie Krankheiten übertragen und grosse Materialschäden anrichten können, bekämpft die Schädlingsprävention regelmässig Ratten an öffentlichen See- und Flussufern sowie an anderen exponierten Lagen. In Höngg war es der erste Einsatz. Wie es in einer Mitteilung am Donnerstag heisst, hat der UGZ die Ratten auf öffentlichem Grund inzwischen getilgt.

Auf den beiden Privatgrundstücken haben zwei Unternehmen die Situation unter Kontrolle gebracht. Dazu wurden etwa fünfzig Köderboxen aufgestellt. Die Köderboxen verhindern, dass andere Tiere oder Kinder mit dem Gift in Berührung kommen. Nur Ratten oder Mäuse erreichen den vergifteten Köder in der Box. Dieser hemmt die Blutgerinnung, sodass die Nager vier bis fünf Tage später sterben.

Die Bevölkerung ist gefragt

Jetzt müsse eine erneute Ausbreitung verhindert werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Wichtig sei dabei die Mithilfe der Bevölkerung, denn alle Arten von Lebensmittelresten locken die Allesfresser an und tragen zu ihrer Vermehrung bei. Deshalb sollte für Vögel und andere Wildtiere im öffentlichen Raum kein Futter verstreut werden. Die Reste sind ein gefundenes Fressen für Ratten – ebenso wie Obst- und Gemüseabfälle, die ins Gebüsch geworfen werden. Wer Vögeln im eigenen Garten bei Schnee oder Dauerfrost durch den Winter helfen will, sollte die Informationen der Vogelwarte zur Fütterung von Kleinvögeln beachten.

Auch Lebensmittel, die im WC heruntergespült werden, tragen zur Vermehrung der Ratten bei. «In einer gut unterhaltenen Kanalisation finden die Schädlinge neben Wasser nur begrenzt trockene Schlupflöcher für ihre Nester. Die Essensreste und Kot im Abwasser liefern die Nahrung», erklärt Marcus Schmidt, Projektleiter Schädlingsprävention beim UGZ. In der Kanalisation werden die Ratten dennoch nicht bekämpft. Hier haben sie eine gewisse Berechtigung und gefährden die Bevölkerung nicht, solange das Populationswachstum limitiert ist.

Wer Ratten oder andere Schädlinge entdeckt, kann dies melden auf der App «Züri wie neu», auf zueriwieneu.ch oder per E-Mail an ugz-schaedlingspraevention@zuerich.ch.

My 20 Minuten

Deine Meinung

12 Kommentare